23
Aug
2007

Endlich Nägel mit Köpfen: Studienplatz in Tübingen!

Ich habe heute die Immatrikulationsunterlagen im großen Din-A-4-Umschlag auf die Post getragen und werde dann ab dem Wintersemester 2007/2008 Student der Amerikanistik in Tübingen sein.

Beim Nebenfach ist man sich noch nicht ganz einig, eingetragen hab ich mich jetzt für allgemeine Sprachwissenschaft, aber ich bin noch im Nachrückverfahren fürs nebenfach Medienwissenschaften, insofern...abwarten und Bier trinken.

4
Jul
2007

Abrechnung 2

ey digger, nenn mich sem, wenn du den text nicht magst.
doch ich bin texter, und das nun mal extra large.
ich war zuletzt am start, und werd als letzter gehen
denn während ihr eure mütter disst, hab ich noch bessre themen
ich hab die augen offen, und verpass nix,
in hundertachtzig – grad meines sichtfelds, deshalb lach ich
lyrisch und gereimt über jeden von den typen
der so scheint, und jetzt meint, er müsste sich und euch belügen
indem er projiziert, was ihr gern wärt, auf das was er ist,
ihr findet das atemberaubend? seid doch mal ehrlich!
es ist nicht herrlich, und auch nichts zum drauf stolz sein
ghettoromantik is oft nur so echt wie ein holzbein!
ich bin einzelkind aus der oberen mittelklasse
das sich rauskristallisiert aus der/dem mittelmasse
ich schreib das mit ss obwohl die/das längst verboten ist
nicht wegen der ausrichtung, sondern wegen dem quotenwitz!

ihr habt disstracks gegen jeden, und wollt n homie sein
und n gangsterplayeraggrorapper, es ist so gemein
man produziert kinderrap, verbreitet's im internet
post vor mamas kamera, als ob ihr behindert wärt
ihr habt klamotten von karl kani, und wollt n soldier sein
und bitchslappender kiezkönig, es ist so gemein
man geht in'n laden rein, und kann sich image kaufen
wo geht die szene hin, wenn nur noch pimps rumlaufen?

Wenn man nur hip hop ist, weil man sichs leisten kann
hunderte euros rauszuhauen, dann seid ihr krank
ich trag zwar auch breite hosen, doch aus dem sonderangebot
und find das nicht besonders, wenn, dann find ich doof
dass das modediktat sagt, man ist ohne nicht hart
bin ich ein schlechter mensch? Ich hab nur keine kohle am start!
Frag mal die jungs mit dem durag unter mit dem cap mit sticker
sie wissen auch nicht, warum sies tragen, nur halten es für slicker
than their average dummkopf homieproll
gucken youtube finden asi toni toll
denken dass kleider leute machen, die sie gerne wären
aber checken nicht, dass in die kleider auch leute gehören!
Wenn da drei jungs von deiner größe drin übernachten können
gibt’s keinen grund, den trainingsanzug „oberkrass“ zu nennen!
Ich hör euch spastis flennen, weil ihr denkt, ihr seid nicht real genug
das einzige, was ihr nicht seid, ist hip hop, und das ist mir genug!

ihr habt disstracks gegen jeden, und wollt n homie sein
und gangsterplayeraggrorapper, es ist so gemein
man produziert kinderrap, verbreitet's im internet
post vor mamas kamera, als ob ihr behindert wärt
ihr habt g-unit hoodies, und wollt n soldier sein
und n bitchslappender kiezkönig, es ist so gemein
man geht in'n laden rein, und kann sich image kaufen
wo geht die szene hin, wenn nur noch pimps rumlaufen?

Auch ich trag ein dogtag, doch das bedeutet was andres
als der verchromte klimperkram, mit dem du dich verschandelst
es ist von schalke, sieh her, von s null vier
und nicht von johnny blaze, und dem rest von dir
ist nur hinzuzufügen, dass du hinzuzufügen bist
und zwar zu tomekk, fler, kool savas, den lügen und dem mist
der keinen interessiert, der interesse hat an rapmusik
der interesse hat an hip hop, breakdance und an fetten beats
der nachts das zugdepot aufbricht, um drin zu bomben
nicht der, der nur shoppen geht und geld zählt, von fünfzig konten!
Und selbst wenn du dir deinen jeansanzug vom munde absparst
und keinen pitbull, weil du allergie vor hundehaarn hast,
aber sagst, junge, mann, krass, wenn ich nen hunderter hab
dann kauf ich weed und rauch mir die lunge bald platt
dann kann ich dich zu meinem bedauern leider nicht ernstnehmen
ich mach weiter mit hip hop, mach du weiter mit fernsehen!


impro outro


beat: FAT M – ALL I NEED

2
Jul
2007

Alles über meine Namen

Heute war mir ein wenig langweilig, deshalb habe ich Recherche betrieben. Das meiste wusste ich schon, aber was solls.



Jonathan
ist hebräisch, und bedeutet "Geschenk Gottes" bzw. "Gabe Gottes".

Martin
: "Sohn des altrömischen Kriegsgottes Mars". Ausbreitung des Vornamens
'Martin' in Deutschland durch den Namen des heiligen Martin (4.Jh.).

Dimitri: Sohn der Demeter (Fruchtbarkeitsgöttin)

Francesco
: ital. für Franziskus, was wiederum bedeutet: "der Franke, Franzose"


Blum
:
Bluhm(e), Blühm, Blum, Blüm:

(Ursprung) -» Blume, oder auch Berufsname aus dem Feld der Gärtnerei.

Der Name Blum kommt insgesamt 9791 Mal in 423 Landkreisen vor. Es gibt schätzungsweise 26104 Personen mit diesem Nachnamen. Dies liegt über dem Durchschnitt für alle deutschen Familiennamen. Er liegt damit an 200. Stelle der häufigsten Namen.

Die meisten Personen mit dem Familiennamen Blum wurden in Kreisfreie Stadt Köln gefunden; der Name kam 256 Mal im Telefonbuch vor.

Die wenigsten leben in Kreisfreie Stadt Landau in der Pfalz, mit 1 Telefonbucheinträgen.

Gefunden bei www.vorname.de und www.ancestry.de

22
Mai
2007

Trampelt ruhig auf mir rum, ich bin's gewohnt.

Warum wird man dieser Tage eigentlich so sehr bestraft, dafür, dass man sich entschieden hat, Fan einer Fußballmannschaft zu sein, die einfach mal nicht Meister geworden ist? Ich meine, es gibt 17 Mannschaften aus der 1. Liga, die nicht Meister werden. Und bestimmt 1.000.000 Clubs in Deutschland, die noch nie in der ersten Bundesliga, 500.000, die noch nie in der Oberliga, geschweige denn Regionalliga gespielt haben! Die werden doch auch nicht so verarscht, wie mein Lieblingsverein.

Wollt ich nur mal gesagt haben. Und außerdem stelle ich hier mal die virtuelle Vitrine auf:

Deutscher Meister (7 Mal)

* 24. Juni 1934: 2:1 gegen 1. FC Nürnberg
o Tore: Ernst Kuzorra und Fritz Szepan
o Spielort: Berlin
o Zuschauer: 80.000
* 23. Juni 1935: 6:4 gegen den VfB Stuttgart
o Tore: Ernst Poertgen (3), Ernst Kalwitzki, Adolf Urban und Rudolf Gellesch
o Spielort: Köln
o Zuschauer: 74.000
* 20. Juni 1937: 2:0 gegen 1. FC Nürnberg
o Tore: Ernst Kalwitzki und Ernst Poertgen
o Spielort: Berlin
o Zuschauer: 100.000
* 18. Juni 1939: 9:0 gegen Admira Wien
o Tore: Ernst Kalwitzki (5), Fritz Szepan, Adolf Urban, Otto Tibulski und Ernst Kuzorra
o Spielort: Berlin
o Zuschauer: 100.000
* 21. Juli 1940: 1:0 gegen Dresdner SC
o Tor: Ernst Kalwitzki
o Spielort: Berlin
o Zuschauer: 100.000
* 5. Juli 1942: 2:0 gegen Vienna Wien
o Tore: Ernst Kalwitzki und Fritz Szepan
o Spielort: Berlin
o Zuschauer: 100.000
* 18. Mai 1958: 3:0 gegen den Hamburger SV
o Tore: Bernhard Klodt (2) und Manfred Kreuz
o Spielort: Hannover
o Zuschauer: 80.000

Deutscher Vizemeister (8 Mal)

* 1933 0:3 in Köln gegen Fortuna Düsseldorf
* 1938 3:3 und 3:4 in Berlin gegen Hannover 96
* 1941 3:4 in Berlin gegen Rapid Wien
* 1972 in der Bundesliga hinter Bayern München
* 1977 in der Bundesliga hinter Borussia Mönchengladbach
* 2001 in der Bundesliga hinter Bayern München
* 2005 in der Bundesliga hinter Bayern München
* 2007 in der Bundesliga hinter VfB Stuttgart

Deutscher Pokalsieger (4 Mal)

* 9. Januar 1938: 2:1 gegen Fortuna Düsseldorf (nach den Statuten des DFB zählte dieses Spiel noch zu dem Spieljahr 1937)
o Tore: Ernst Kalwitzki und Fritz Szepan
o Spielort: Köln
o Zuschauer: 75.000
* 1. Juli 1972: 5:0 gegen den 1. FC Kaiserslautern
o Tore: Helmut Kremers (2), Klaus Scheer, Herbert Lütkebohmert und Klaus Fischer
o Spielort: Hannover
o Zuschauer: 75.000
* 26. Mai 2001: 2:0 gegen 1. FC Union Berlin
o Tore: Jörg Böhme (2)
o Spielort: Olympiastadion Berlin
o Zuschauer: 73.000 (ausverkauft)
* 11. Mai 2002: 4:2 gegen Bayer 04 Leverkusen
o Tore: Jörg Böhme, Victor Agali, Andreas Möller und Ebbe Sand
o Gegentore: Dimitar Berbatov und Ulf Kirsten
o Spielort: Olympiastadion Berlin
o Zuschauer: 70.000 (ausverkauft)

Deutscher Pokalfinalist (11 Mal)

* Tschammerpokal 1935 0:2 in Düsseldorf gegen 1. FC Nürnberg
* Tschammerpokal 1936 1:2 in Berlin gegen VfB Leipzig
* Tschammerpokal 1937 2:1 in Berlin gegen Fortuna Düsseldorf
* Tschammerpokal 1941 1:2 in Berlin gegen Dresdner SC
* Tschammerpokal 1942 0:2 in Berlin gegen TSV München 1860
* DFB-Pokal 1955 2:3 in Braunschweig gegen den Karlsruher SC
* DFB-Pokal 1969 1:2 in Frankfurt gegen Bayern München
* DFB-Pokal 1972 5:0 in Hannover gegen 1.FC Kaiserslautern
* DFB-Pokal 2001 2:0 in Berlin gegen 1. FC Union Berlin
* DFB-Pokal 2002 4:2 in Berlin gegen Bayer Leverkusen
* DFB-Pokal 2005 1:2 in Berlin gegen Bayern München

UEFA-Cup-Sieger (1 Mal)

* 7. Mai 1997: Hinspiel UEFA-Cup-Finale, Schalke 04 – Inter Mailand = 1:0
o Tor: 1:0 Marc Wilmots
o Spielort: Parkstadion Gelsenkirchen
o Zuschauer: 56.824
* 21. Mai 1997: Rückspiel UEFA-Cup-Finale, Inter Mailand – Schalke 04 = 1:0 nach Elfmeterschießen = 1:4
o Tor: 1:0 Iván Zamorano
o Elfmeter:
+ Mailand: Iván Zamorano (gehalten), Youri Djorkaeff, Aron Winter (verschossen)
+ Schalke: Ingo Anderbrügge, Olaf Thon, Martin Max, Marc Wilmots
o Spielort: Giuseppe-Meazza-Stadion
o Zuschauer: 83.434

UEFA-Intertoto-Cup-Sieger (2 Mal)

* 12. August 2003: Hinspiel UI Cup-Finale, SV Pasching – Schalke 04 = 0:2
o Tore: 0:1 Hamit Altintop, 0:2 Victor Agali
o Spielort: Waldstadion, Pasching (Österreich)
o Zuschauer: 6.000
* 26. August 2003: Rückspiel UI Cup Finale, Schalke 04 – SV Pasching = 0:0
o Tore: Fehlanzeige
o Spielort: Arena AufSchalke, Gelsenkirchen
o Zuschauer: 56.100


* 10. August 2004: Hinspiel UI Cup-Finale, Schalke 04 – Slovan Liberec = 2:1
o Tore: 1:0 Ailton, 2:0 Gerald Asamoah, 2:1 Tomáš Zápotočný
o Spielort: Arena AufSchalke, Gelsenkirchen
o Zuschauer: 55.000
* 24. August 2004: Rückspiel UI Cup-Finale, Slovan Liberec – Schalke 04 = 0:1
o Tor: 0:1 Ailton
o Spielort: Stadion U Nisy, Liberec (Tschechische Republik)
o Zuschauer: 7.900

Coppa-delle-Alpi-Sieger (1 Mal)

* 2. Juli 1968: Finale, FC Basel – Schalke 04 = 1:3 n.V.
o Tore: 0:1 Bernd Michel, 1:1 Hauser, 1:2 Bernd Michel, 1:3 Bernd Michel
o Spielort: St. Jakob-Stadion
o Zuschauer: 13.000

Premiere-Ligapokal-Sieger (1 Mal)

* 2. August 2005: 1:0 gegen den VfB Stuttgart
o Tor: 1:0 Kevin Kurányi
o Spielort: Zentralstadion Leipzig
o Zuschauer: 40.500

Meister der 2. Bundesliga (2 Mal)

1982, 1991

Westdeutscher Meister (4 Mal)

1929, 1930, 1932, 1933

Meister der Oberliga West (2 Mal)

1951, 1958

Westdeutscher Pokalsieger (1 Mal)

1955

Westfalenmeister (11 Mal)

1934, 1935, 1936, 1937, 1938, 1939, 1940, 1941, 1942, 1943, 1944

Ruhrbezirksmeister (6 Mal)

1927, 1928, 1929, 1930, 1932, 1933

So viel hat euer Verein sicherlich nicht gewonnen. Außer du bist Bayernfan.

7
Mai
2007

Workaholics aller Pizzaservices, vereinigt euch!

Geht es euch auch so: Mal wieder bei strömendem Regen Schlussfahrer gewesen, der hinterher noch für 'ne Gratispizza mit doppelt Käse und Thunfisch alle Pizzapfannen sauber gemacht hat? Danach Abrechnung gemacht und 7 Euro 50 Trinkgeld gehabt? Danach den Arbeitstermin für den nächsten Tag von 19 auf 11:15 Uhr gelegt?

Mann, ich liebe den Scheiß!

Proud Employee of Joey's Pizza Service.

5
Apr
2007

Was für eine Zeit, was für ein TAG.

Ich habe jetzt seit exakt 6 7(es ist ja schon Donnerstag) Tagen einen Job. Ich bin freischaffender Künstler, gefangen hinter dem Förderband und der Kassentastatur des Combi-Supermarktes in der Hundsmühler Straße. Ab heute habe ich 7 Tage frei. Was das soll - keine Ahnung, Gnadenfrist über Ostern, oder so. Und schon hab ich nicht schlafen können. Warum? Keine Ahnung. Auf jeden Fall bin ich wach geblieben, habe Max Payne 2 durchgespielt, was ich mir gestern nachmittag gekauft hatte, und habe "Puppenmord" von Tom Sharpe gelesen, echt ein gutes Buch, vor allem, wenn man vorhat oder es vorauszusehen ist, dass man früher oder später mal mit der Staatsgewalt konfrontiert wird, dann ist es ein Lesemuss. Und dann habe ich weiter Computer gespielt. Bis gerade eben. Und ich bin müde wie Sau, aber schlafen kann ich nicht.

Über der ganzen Zockerei hab ich nämlich total vergessen, zu essen und zu trinken, und das, was ich vorhin(gegen 02:00 Uhr) nachgeholt habe, hat eigentlich auch nur gereicht, um mich zum Zuckerschock-Opfer zu machen. Ich hol mir jetzt noch ne Buddel Orangensaft und leg mich dann mal probeweise ins Bett. Vielleicht kann ich ja tagsüber schlafen. Und texten sollte ich auch mal wieder. Lange nix mehr fertig geworden. Damn.

20
Mrz
2007

Statusbericht

Also, ich hab immer noch keinen Job, das nervt, aber irgendwo sieht man ja den kleinen Silberstreif am Horizont. Dafür hab ich endlich einen regelmäßigen Trainingsrhythmus, hab wieder angefangen, Texte zu schreiben, und krieg es endlich mal auf die Reihe, mein Zimmer halbwegs aufgeräumt zu halten, und das ist schon mal gar nicht so schlecht.

Doof ist, dass zur Zeit das Wetter nicht ganz mitmacht bei meinen Ansätzen zum Lauftraining. Weil, Laufband und Cross-Stepper im Studio sind ganz okay, aber das ersetzt nicht raus zu gehen und Asphalt zu fressen. Und auf die Bahn muss ich auch mal, damit ich wirklich sehe, bei welcher Zeit ich jetzt nach dem Winter auf 3000 Meter stehe. Mal sehen, ob wieder 10 Minuten drin sind, oder ob ich dafür erst mal wieder länger brauche.

Ich wäre ganz zufrieden mit der jetzigen Situation, wenn ich vernünftig schlafen könnte, nen Job hätte, und mir nicht so viel den Kopf zerbräche. Aber man kann ja nicht alles haben.

Wen ich auf jeden Fall habe, und wer mir Kraft gibt, ist meine Chrissy. Auch wenn wir zur Zeit nur telefonieren können :(

1
Mrz
2007

Folge 4

Wie es der Zufall so will, hatte Silizium schon in dem Moment, in dem er die Kneipe betrat, vergessen, was ihn dort hin geführt hatte. Und, um ehrlich zu sein, liegt die letzte Episode dieser kleinen Geschichte auch schon so lange zurück, dass der Autor es ebenfalls vergessen hat, so berichten es zumindest böse Zungen. Da dies natürlich völliger Mumpitz ist, wird die Geschichte nun weitergehen. Und halten Sie sich bitte mit solchen unüberlegten Behauptungen zurück!

Silizium erinnerte sich vage, dass man sich zur Nahrungsaufnahme Gehirnentnahme mittels Alkoholkonsum in Kneipen begab. Und dass manche Geschöpfe, wie zum Beispiel der anwesende Affe, äh, Orang-Utan, nein, Bibliothekar der Unsichtbaren Universität, hierher kamen, um Erdnüsse aus kleinen Schälchen zu essen. Und mit dem komischen hölzernen Spielkasten zu spielen, in dem für ein paar Ankh-Morprok-Cent sich merkwürdige hölzerne Figuren auf und ab bewegten, die man mit einer Art Mini-Ballista schießen konnte.

Irgendwie kam dem Troll alles bekannt vor! Er konnte sich nur nicht klar machen, warum, und so wusste er auch nicht recht, was mit ihm los war, als er die schweren Unterarme auf den Tresen lehnte, und den Wirt fragte: "Sag mal, hast du auch was passendes für Trolle da? Ach ja, und...zieht es hier immer so?" Natürlich! durchzuckte Silizium ein Gedanke: Die Hintertür des Ladens musste ja immer offen sein, damit man schnell flüchten konnte, falls ein Erdbeben/Raubüberfall/Wachen-Einsatz (nichtzutreffendes bitte streichen) die soziale und strukturelle Integrität der geflickten Trommel bedrohte! Und da auch die Eingangstür immer offen stand, damit die Mischung aus alten getränken, altem Abwaschwasser, altem und frisch Erbrochenem und der Suppe von vorgestern, was zusammen den unverwechselbaren Geruch der Taverne ausmachte, auf die nicht minder reinliche Straße abfließen konnte, und gleichzeitig noch etwas Luft zum Atmen im Etablissement verblieb, ergab sich diese steife Nacken verursachende, Zehen unterkühlende, und Trolle auf Touren bringende kühle Zugluft. Ohne Zweifel.

"Nein, eigentlich nicht", antwortete der Wirt, und nahm den Besen zur Hand, um einen Müllhaufen aus der Hintertür (die eigentlich gar nicht so sehr versteckt war, man beachtete sie nur nicht, da sie einfach wie ein weiteres Loch in der Wand aussah, das hier durchaus seine Daseinsberechtigung hatte) zu kehren. "Ich mache nur gerade sauber, deswegen riecht es so schlecht. Ich bin mir sicher, dass es in ein oder zwei Stunden wieder genauso riechen wird wie sonst auch, und dann hat sich das mit der Zugluft auch erledigt." Allerdings nur, weil die Luft im Schankraum dann eine stehende, stickige Masse mit der Dichte des Ankh* sein würde. dachte sich Silizium.

Ein hölzerner Becher, geschnitzt wie ein Schädel, gefüllt mit einer schwarzen Pampe, setzte vor der rechten Hand des Trolls zur Punktlandung an. Man kennt das ja, dass Barkeeper das Getränk auf den Tresen setzen, um es dann mit einem elegantem Schwung bis zum Gast rutschen lassen. Nun, in der geflickten Trommel wirft der Wirt den Humpen einfach**, und man kann Glück haben, und er landet richtigrum. Alle anderen Möglichekiten, die dann eher auf der Seite von Pech oder Schicksal stehen, ausführlich zu beschreiben, würde hier zu lange dauern. Silizium wollte schnell nach dem trollisch designten Humpen greifen, um zu verhindern, dass er umkippte, aber der "natürliche Klebstoffgehalt" des Tresens in der geflickten Trommel ist so hoch, dass die meisten Leute es vorziehen, dort nichts abzulegen, abzustellen oder sich dagegenzulehnen, und das aus gutem Grund, da man meist einen Magier, einen Kuhfuß und zwei kräftige Hufschmiede braucht um das jeweilige Objekt oder die jeweilige Person vom Tresen zu lösen. Silizium aber wusste das nicht, und so schlürfte er die undefinierbare Pampe, die ihm allerdings recht gut schmeckte, wenn man bei Trollen überhaupt von Geschmack reden kann, eben aus dem am Tresen klebenden Becher, indem er den Kopf ein wenig herunter nahm, und dabei aus Higyienegründen peinlich genau darauf achtete, mit dem Kinn nicht die ehemals hölzerne Oberfläche der Theke zu berühren. Während er nicht trank, schaute er sich aufmerksam um. Vielleicht würde ja etwas amüsantes*** passieren.


*=Was nicht bedeutete, dass man auf ihr laufen können würde, aber das Hindurchgehen würde schon schwer genug werden.

**=Wenn man bei der Bestellung nichts anderes ausdrücklich angemerkt hat.

***=Trolle finden auch Aargrooha, eine für Menschen sehr unerfreuliche Variante des Fußballspiels, amüsant. Hierbei wird ein menschlicher Schädel mit speziellen Stiefel aus Obsidian hin und her getreten, und zwar so lange, bis entweder eine Mannschaft ein Tor erzielt, oder der Schädel platzt. Im zweiten Fall braucht man dann einen neuen Schädel, um weiterzuspielen. Allerdings ist das Spiel in Ankh-Morpork bei der Bevölkerung nicht sonderlich beliebt, und wie man diese Obsidianstiefel vernünftig herstellt, weiß auch keiner mehr so recht.

Folge 3

Gähnend erwachte Silizium aus seinem Vormittagsschlaf. Das heisst, eigentlich hatte er gar nicht geschlafen. Also gähnte er auch nicht, denn er litt weder unter Sauerstoffmangel, noch war er müde. Und wenn man nicht geschlafen hat, kann auch vom Erwachen keine Rede sein. Belassen wir es dabei, dass er sich von seinem Lager erhob, das doppelt um die Hüften geschlungene Ankertau zurechtrückte und danach, böses ahnend, auf den Ausgang des Leichenschauhauses zuhielt. Und er sollte Recht behalten.

Die Sonne schien zwischen einigen Kumuluswolken, die sich der Szenerie gerecht am Rand hielten, hindurch, und anscheinend wie ein riesiger Verfolgungsscheinwerfer direkt auf den Kopf des Trolls gerichtet. Er hatte Mühe, nicht zu vergessen, warum er eigentlich losgegangen war, deswegen wiederholte er es ständig halblaut: "Geflicktes Trommel...geflicktes Trommel..." Es war ihm nicht zu verdenken, dass er wie ein Eisbrecher durch die Menschenmassen pflügte, denn bei seiner Figur und Gedankenlosigkeit (was in diesem Zusammenhang wirklich passte) blieb ihm eigentlich gar nichts anderes übrig. Üblicherweise wurde dies aber von Passanten als normal bewertet, und Bürger von Ankh-Morpork hatten einen gewissen Überlebensreflex, wenn sie auf den Straßen entlang flanierten:

Man konnte seine Überlebenschancen deutlich erhöhen, wenn man alle drei Herzschläge einen Blick über die Schulter warf, um zu schauen, ob nicht gerade ein wildgewordener Troll, eine betrunkener Bierkutscher samt Gefährt oder ein außer Kontrolle geratener Feuerball das eigene Leben durch schnelles Aufholen der Distanz zwischen der aktuellen eigenen und der aktuellen fremden Position zweier möglicherweise interagierender Objekte...ach, lassen wir das. Liebe Kinder, schaut immer erst nach links und rechts, bevor ihr über die Straße geht, und wenn ihr mal nach Ankh-Morpork kommt, dann bitte nicht sterben! Für Trolle und Elementarwesen, sowie Magier mit Schutzzaubern gilt dies natürlich eher weniger.

Auf jeden Fall näherte sich Silizium der Tavernentür, und seine momentane Ungebildetheit genau wie die Sonne über ihm ihrem Zenit. Es kann ab jetzt nur noch besser werden, dachte er sich. Hätte er sich gedacht, wenn er dazu schon in der Lage gewesen wäre, als er die Tavernentür öffnete, und den Kopf einzog, um dem oberen Türrahmen auszuweichen.

Folge 2

Raschel. Kratz. Reiß. Nein, nicht Reiß...aber es hört sich so an*.

Sizilium war kurz davor, eine weitere bahnbrechende Formel, mit der man die zufällige Bewegung von Groß-A-Tuin im Multiversum hätte berechnen können, zu vollenden, als ihn ein Sonnenstrahl an der Nase kitzelte. Flugs schloss der Troll die Augen, und tastete sich zur Tür des Leichenschauhauses. Schnell** war er drinnen und bewegte sich ins Zentrum der Kühlkammer, um den Bleistift erneut aufs Papier zu setzen und in halsbrecherischer*** Geschwindigkeit weiterzuschreiben. Endlich vollendet, klappte Silizium das Blatt um, nicht ohne vorher mit Genugtuung zu merken, dass der Bleistift diesmal tasächlich angespitzt gewesen war, bis zum letzten Gleichheitszeichen und sogar darüber hinaus. Die Gilde der Sternengucker und Astronomen, und wahrscheinlich auch ein paar verrückte Zauberer würden für diese simple**** Formel wahrscheinlich über Leichen gehen. Naja, es war schon hart, wenn man eigentlich nie schlafen konnte. Trolle waren nun mal immer wach, und wenn man davon absah, dass sie ab und zu ein wenig vor sich hin dämmerten(aber nur, wenn die Unterlage flauschig weich und die Musik passend war), dann konnte man sagen, bis zu ihrem "ewigen Schlaf", während dem sie sich stetig in die Steine, die sie eigentlich waren, zurückverwandelten, außer sie wurden durch unglückliche Umstände (Lagerfeuer auf der Zunge, Expeditionen in den verdauungstrakt usw.) geweckt, also, bis dahin eben, waren Trolle ständig wach. Man musste sich also beschäftigen, und warum eben nicht mit Sachen, die das Oberstübchen auf Trab hielten?

Um zum Thema Schlaf zurückzukommen, Silizium hatte in einer besonders kalten Nacht entdeckt, beziehungsweise hatte es mit sich ausdiskutiert, dass es eigentlich Verschwendung sei, tagsüber, bei Hitze und solchen Sachen, die den Kopf schwergängiger machten, irgendwie aktiv zu sein. Deswegen hatte er sich ein kuschelig weiches***** Lager im Kühlraum des Leichenschauhauses eingerichtet (und, streng genommen, war es ihm auch recht egal, was die Untoten tagsüber trieben. Sein Dienst begann erst am Nachmittag, und die drei bis vier Stunden, die er transpirierend und dumm vor dem Tor verbringen musste, bis die Abendkühle einsetzte, waren schon schlimm genug! Einmal hatte er den Troll von der Wache gesehen, Detritus, und er hatte einen kühlenden Helm auf dem Kopf gehabt. Diese Idee hielt Silizium aber für wenig bis ineffektiv. Der ganze Körper musste gekühlt werden, um volle Leistung zu bringen, und das wäre schlicht und einfach nicht praktikabel gewesen.****** Silizium legte sich hin und schloss die Augen.
Irgendwie merkwürdig, als Troll jeden Tag schlafen zu wollen, dachte er sich. Aber vielleicht ist das auch nur der Einfluss der ganzen Leichen.



*=Dies ist das Geräusch, das dabei entsteht, wenn ein Troll mit einem großen Bleistift auf grobem Papier schreibt. Das liegt daran, dass Trolle so erschreckend wenig Feinmotorik besitzen, dass sie eher probieren, Furchen in das Papier zu machen, wenn man es genau nimmt. Manchmal achten sie auch nicht unbedingt darauf, ob ihr Stift angespitzt ist, und dann läuft es wirklich auf das "Furchen machen" hinaus. Deswegen benutzen Trolle immer sehr dickes, sehr reißfestes Papier.

**=Etwas übertrieben. Nur aufgrund der besonderen Spannung verwendetes Adjektiv, nicht auf die tastächliche Bewegungsgeschwindigkeit des Trolles zutreffend.

***= Siehe **.

****=Berechtigte Arroganz durch überlegene mentale Kraft ist in dieser Formulierung überdurchschnittlich gut repräsentiert. Oder nicht?

*****=Es bestand aus Schieferblöcken, die in der Art eines großen Futonbettes angeordnet waren.

******=Erstaunlich, dass jemand die Intelligenz des Leonard von Quirm besitzen konnte, mit der Gabe zum rationellen Abwägen des Patriziers, finden sie nicht auch? Ein Jammer, dass Silizium ein Troll war. Er hätte es weit bringen können.

13
Feb
2007

Zeitlicher Ablauf eines Desasters.

Schatz, ich kenne nen tollen Cocktail, willst du den nicht mal
ausprobieren?"

Er willigt ein, und sie bestellt ein Pinnchen Baileys und ein Pinnchen
Limettensaft.

"Es ist etwas schwierig, du musst erst den Baileys in den Mund schütten,dann erst den Limettensaft hinterher."

Er machts genauso wie sie es ihm vorgeschlagen hat...

+0,3 Sekunden
Ein angenehm warmes, weiches Gefühl im Mund.

+0,6 Sekunden
Durch die Säure im Limettensaft gerinnt die Sahne im Baileys und klumpt
zusammen.

+0,9 Sekunden
Seine Gesichtsfarbe nimmt die Farbe von Limetten an, er schluckt das Zeug runter.

+1,2 Sekunden
Sein Magen verkrampft und er verspürt einen heftigen Reiz, sich zu
übergeben.

+3,0 Sekunden
Sie flüstert ihm ins Ohr: "Der Drink heißt Blowjob's Revanche!"

16
Jan
2007

Myspace, Lieder und Moneten.

Arbeiten wir es von links nach rechts ab, was im Titel steht.

SKANDALÖS!
Semtext eröffnet myspace-Profil.

Link.

DOWNLOADS!
Gibts im Myspace-Profil.

DIE DICKE KNETE!
Gibts für harte Arbeit. Schade, dass ich noch nie hart gearbeitet habe.
logo

Semtext's Selbstdarstellung

Raps und Reflektionen, Gedanken und Spinnereien...

Information




Was nicht wert ist, gesagt zu werden, das singt man. (Pierre Augustin Baron de Beaumarchais, frz. Bühnenschriftsteller, 1732-1799)

Das hier ist schlicht, was die Überschrift sagt. Eine Selbstdarstellung. Manche würden sagen öffentliches Tagebuch im lockeren Wochenrythmus, andere wiederum Textsammlung. Mittlerweile auch Rezeptsammlung für Cocktails. Wasauchimmer.

Es ist und bleibt die Selbstdarstellung eines Hobby-Rappers, Poetry Slammers und freiberuflichen Journalisten aus Oldenburg, der von ganz mittig nach ganz oben will. Mit explosiven Texten, die wie Bomben in den Frieden fetzen. Hatte ich mal gedacht. Deswegen der Name Semtext. Wer's nicht kapiert, bitte einfach mal "Semtex" bei Wikipedia oder im Brockhaus nachschlagen.
Man kann von mir mittlerweile auch Texte korrekturlesen lassen.

.

KONTAKT
skype: semtext. (mit dem Punkt!)


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