5
Jan
2009

Die 3 unnötigsten Autos, die ich unbedingt haben muss.

1. Pontiac G8 Sport Truck (El Camino) Klick

2. Dodge Ram SRT-10 Klick

3. Ford F-250 Super Chief Klick

1
Jan
2009

In Soviet Russia, Google googles YOU!

Naja, ganz soweit ist es noch nicht gekommen, aber schaut mal, was passiert, wenn man auf der Google-Hauptseite "Find Chuck Norris" eingibt (mit Anführungszeichen), und dann auf "Auf gut Glück" klickt. Die Jungs haben Humor.

Und mögen Memes.

29
Dez
2008

Auf zum Zahnarzt.

Toll. In einer Stunde muss ich hin. Bloß dieses Jahr noch. Wie bekloppt. 10 Euro für 3 Tage Praxismist ausgeben, und dann am 1. Januar darf ichs gleich wieder bezahlen. Und das alles nur wegen irgendeinem Bonuskram. Großartig. Danke, Ulla Schmidt. Ich würde lieber (wie früher) einfach nicht zum Zahnarzt gehen. Und die Krankenkasse hält trotzdem ruhig. Scheint aber so nicht zu funktionieren.

16
Dez
2008

Meine Lieblingsplatten dieses Jahr

1. Everlast - Love, War and the Ghost of Whitey Ford
2. Roger - Alles Roger
3. Dendemann - Abersowasvon(Live)
4. Breaking Benjamin - We Are Not Alone (okay, ist von 2004, aber ich hab dieses Jahr zum ersten Mal von der Band gehört)

Außer Konkurrenz: Peter Fox - Stadtaffe (Blöd, dass ich das ursprünglich vergessen hatte...short time memory sucks). Ja, und noch eine großartige CD hab ích vergessen: The Killers - Day & Age. Was mache ich eigentlich in der Zeit, in der ich keine Musik höre? Ich glaube, ich lösche jedes Mal mein Gehirn.

Ferner liefen: Die Kosmoproleten - Ausverkauf.

Ja, ihr habt richtig gelesen. Das Album ist fertig. Es befindet sich noch in der Postproduktions- und Demo-Erprobungs-Phase...aber dazu mehr, wenn ich wieder in Tübingen bin.

14
Okt
2008

Chrakterkopf verzweifelt gesucht!

Subjektiv gesehen, hatten wir auf Schalke auch schon etwas längere Zeit keine polarisierende Kultfigur mehr, an der sich landauf, landab die Geister schieden. Rudi Assauer tritt geduldig in die Fußstapfen weiterer ehemaliger Charaktermanager wie zum Beispiel Reiner "Calli" Calmund und macht TV-Werbung, Interviews und Werbespots. Die Zeiten des "Sonnenkönigs" Eichberg sind zum Glück noch länger vorbei, so lange, dass ich sie aktiv gar nicht mehr miterlebt habe, da ich erst seit 1992 Fan bin, und so gesehen auch erst seit 1995 das Geschehen abseits des Rasens wirklich lückenlos verfolge. Streng genommen, braucht man so jemand bei uns auf Schalke auch.

Wer bietet sich da spontan an? Andreas Müller vertritt ja verbal eher den Typ Samthandschuh mit tief in der Tasche vergrabenem Schlagring, und gibt Schalke meist eine ganz neue Art von Seriösität und medialer Diplomatie, um aber in passenden Momenten auch die richtigen Worte eines Menschen zu finden, der selbst lange Jahre Fußballfelder umgegraben hat, und insofern weiß, wovon er spricht. Also eher nicht. Obwohl er gerade unter Schalker Fans mit seinen nicht immer unumstrittenen Transferentscheidungen für Zündstoff sorgte, wissen mittlerweile immer mehr Anhänger der Königsblauen den neuen Manager zu schätzen.

Fred Rutten bietet auch nicht wirklich genug Angriffsfläche, was auch an seinem noch nicht ganz optimalen Deutsch liegen mag. Dass er sich in Interviews häufig nicht ganz unfallfrei vorgetragener Floskeln bedient, sorgt eher für Erheiterung, oder für Missverständnisse, als dafür, dass er nun bundesweit die Fingerspitzen, Herzen und Köpfe der Fußballbegeisterten beschäftigt.

Josef Schnusenberg war am Anfang seiner Amtszeit als Präsident häufig für einen unbedachten Kalauer gut, von denen sich einige auch zum Bumerang entwickelten, hat sich jedoch in letzter Zeit höflich zurückgehalten, und aufs Bilanzieren und Händeschütteln beschränkt. Also auch kein wirkliches Enfant Terrible.

Sogar das Schalker Spieler-Urgestein Gerald Asamoah, mittlerweile in seiner zehnten Spielzeit bei den Knappen, der sich unter seinem ehemaligen Jugendtrainer Slomka noch die ein oder andere mediale Freiheit nahm, unter anderem durch das Fordern von Spielzeit in Interviews, unter Androhung von nicht näher genannten Konsequenzen für den stets lächelnden Übungsleiter, hat sich mittlerweile klaglos in ein Reservistendasein gefügt und spielt lieber daheim mit seinen Zwillingen, als den maximalpigmentierten Hanswurst für den Blätterwald.

Muss man um uns Schalker Angst haben? Werden wir am Ende ein glatt gebügelter Club, in dem im Stadion die die eigenen Spieler auspfeifenden Modefans und Haupttribünensitzer der größte Aufreger sind? Man könnte meinen, die Königsblauen wähnten sich auf dem besten Weg in eben jene Richtung, als es am Wochenende mal wieder einen tollen Skandal (BILD-Zitate: "Zoff!" "Riesen-Krach!" "Eklat um Kuranyi!") gab, der die Kritiker in dieser Hinsicht verstummen ließ.
Kevin Kuranyi flüchtet aus dem Signal Iduna Dings...für polemische Menschen war der Flachwitz schon abzusehen, bevor er überhaupt auf irgendeiner Titelseite stand. Und er (als Kevin, nicht der Flachwitz) erzeugte ein Medienecho, das sich gewaschen hatte. Hüben wie drüben fallen seit Samstag die Journalisten, Kolumnisten, Reporter, Kamerateams und Fotografen über den Nationalmannschaftsflüchtling her und lassen in der Mehrzahl leider wenig gute Haare an ihm. Es gibt ein paar Stimmen, die ihm auch zugute halten, in seiner Situation das einzig Richtige gemacht zu haben, in der Majorität wird aber blind drauflos geprügelt, ohne die Hintergründe dafür zur Kenntnis zu nehmen, geschweige denn erfahren zu haben oder wissen zu wollen.


Und da haben wir ihn doch, den Charakterkopf! Bei den eigenen Fans wurde er vom Moses (er spaltete das blaue Meer in diejenigen, die erkannten, wie wertvoll er für die Mannschaft ist, selbst wenn er mal nicht die Bude trifft, und in diejenigen, die irgendwas mit seinem Aussehen oder Modegeschmack in den falschen Hals gekriegt hatten, und dann jede Gelegenheit wahrnahmen, wenn er mal wieder im Rücken, auf Hüfthöhe und außerdem mit der Geschwindigkeit eines Vollspann-Volleyschusses angespielt wurde, um darauf hinzuweisen, was für eine unglaublich schlechte Ballannahme dieser "so genannte Profifußballer" denn haben würde. Vom hohen Ross des Hobbyjournalisten herab lässt sich sowas wunderschön polemisch aufteilen, und ich bin mir sicher, dass es auch noch andere Volksgruppen innerhalb der Schalker Fanszene gab, die über ganz andere Sachen nachdachten und -denken, aber das soll für den plakativen Vergleich erst einmal reichen, und wenn man lange genug darüber nachdenkt, wird man sich auch einer der beiden Kategorien irgendwie zuordnen können. So der treffende Kommentar, den man aus berufenen Fan-Mündern schon hören konnte: Würde Kevin Kuranyi heißen und aussehen wie Ebbe Sand, und keine südamerikanischen, sondern skandinavische Wurzeln haben, gäbe es in der Hinsicht gar kein Problem.) zum Messias.


Nun hat es sogar die Zeitung mit den großen Buchstaben gemerkt: Die Schalker Fans sind, nach anfänglicher Aufregung über das gesamte Thema, nun in großer Zahl glücklich über den wie auch immer (aus-)gearteten Austritt/Rauswurf aus den Nationalmannschaft, es gibt im Internet und im Stadion Schlachtpläne, den Jungen "Jetzt wieder auf die richtige Bahn zu bringen", und selbst der Verfasser ertappte sich heute in aller Herrgottsfrühe dabei, wie er bei einem Internet-T-Shirt-Druck- und Versandhändler ein blau-weißes T-Shirt mit dem selbst gewählten Brustaufdruck "Club. Not Country!" und der Rückennummer 22, sowie dem Namensschriftzug des Schalker Mittelstürmers bestellte.

Und da haben wir ihn doch, denjenigen, der das Land und die Fanszene spaltet, außerhalb Gelsenkirchens gleichermaßen unbeliebt wie innerhalb vergöttert wird! Rudi Assauers legitimer Nachfolger ist ein junger Mann, der sich in den letzten Jahren mit viel emotionalem Nationalmannschafts-Ballast herumgeplagt hat, nicht zuletzt der völlig unverständlichen Ausbootung vor der WM 2006, zu Gunsten des mehrere Klassen schlechteren Mike Hanke, nachdem er in der Qualifikation vorher, und, für keinen Fachmann überraschenderweise auch in der Qualifikation zur Euro 08, gut genug war, die von viel weniger Publikum beachtete Drecksarbeit zu erledigen. Er poltert nicht laut herum, sondern lässt auch andere Emotionen sprechen, zeigt, dass er verwundbar ist, zeigt, dass er auch nur ein ganz normaler Mensch und keine hochgezüchtete Fußballmaschine ist. Das bringt ihm in Schalker Fan-Kreisen hauptsächlich verdiente Hochachtung ein, denn nicht nur der Rapper Curse sagte einmal treffend: "Ich bin für die, die sich Blöße geben, damit wir sehen und verstehen//dass die echten Weisen in Schwäche zeigen die Größe sehen."

Und wir Schalker können "unseren" Kevin jetzt noch viel länger für uns behalten. Denn da er jetzt in den nächsten Jahren, oder zumindest, bis Joachim Löw den Weg aller nur halbwegs erfolgreichen Trainer gegangen ist, nicht mehr in der Nationalmannschaft auf der Bank oder Tribüne sitzen muss, wird er sich für Königsblau umso mehr den Hintern aufreißen. Erstens, da er jetzt merkt, nachdem er durchs Tal der Tränen(bzw. Pfiffe) gehen musste, dass auf der anderen Seite jetzt ein großer Rückhalt bei Vereinsoffiziellen und Fans auf ihn wartet, und zweitens, wie schon öffentlich spekuliert wurde, sein "Marktwert darunter extrem leiden würde". Kann uns doch nur gut passen. Dann bleibt er wenigstens hier, und geht nicht zu Barca oder Bayern, so wie Gomez und Adler.

Ich freue mich drauf.

Blutende Wunden

(00:48)
klar, jeder geht mit dem thema anders um,
wie dieter bohlen mit thomas
vor lauter schmerz ham' manche schon ne panzerung,
und andre wurden zeugen jehovas
manche sind nach außen hin echt abgestumpft,
so wie wenn man einen braucht, jeder bleistift
doch erwartest du's nicht, fragen sie "was ist, jung?",
und machen psychoanalyse, bis man beichtet

es gibt so viele verschiedene arten damit umzugehn,
ich glaub, die hauptsache ist aber, man tut es
und auch wenn es nochmal schmerzt, echt unbequem,
wunden schließen sich nur, wenns vorher blutet.
es gibt so viele verschiedene arten damit umzugehn,
ich glaub, die hauptsache ist aber, man tut es
und auch wenn es nochmal schmerzt, echt unbequem,
wunden schließen sich nur, wenns vorher blutet.

(01:36)
und ich rap halt drüber, schreib nen text darüber
vom problemlösungssaufen hab ich becks bald über
meine lunge ist geteert, gefedert, ich seh aus, wie gerädert
hab keinen boden unter den füßen, weil das echt wehtat
heulen, weinen & traurigsein, verdammt, ich habs versucht damit
doch wenn man ansonsten leider nur n krasser loser ist
dann tuts das nicht, ey, dann kommen nicht mal tränen raus
was nicht bedeutet, dass ich darüber nicht zu reden brauch.
dass es schwer ist emotionen zu zeigen, heisst nicht, dass ich keine hätte
es ist ein teufelskreis, der schwer zerbricht, aus dem dich nur eines rettet
man muss einsehn dass die taktiken, die einen bis hier gebracht haben
wohl nicht richtig im takt ticken, und deswegen keine kraft haben.
zurück zur normalität würd ich gerne, doch das geht nicht
so lang ich das pausenlos im kopf hab wie nen fetisch.

(02:24)
es gibt so viele verschiedene arten damit umzugehn,
ich glaub, die hauptsache ist aber, man tut es
und auch wenn es nochmal schmerzt, echt unbequem,
wunden schließen sich nur, wenns vorher blutet.
es gibt so viele verschiedene arten damit umzugehn,
ich glaub, die hauptsache ist aber, man tut es
und auch wenn es nochmal schmerzt, echt unbequem,
wunden schließen sich nur, wenns vorher blutet.(02:48)

(gesprochen)
ich krieg meine gefühle nicht in normale worte gefasst
wenn schon, dann wäre es einfach, wie qualen, mord oder hass
aber es ist was schizophrenes, kingt fast nach diogenes
mein herz ist in der tonne, direkt neben meinem penis
frau sagt, dass männer damit denken, dazu ein einspruch
zumindest wäre ich dann kein mann mehr, seit mich das heimsucht
ich denke gar nicht wirklich, handle reflektiv geprägt
und leb in der vergangenheit, ob es noch tiefer geht?
(ab hier wieder gerapt)
zu sinken wäre möglich, halt mich an der oberfläche
ertrinke nicht im selbstmitleid, auch wenn ich das so gern hätte
einfach schluss machen, das was ich noch hab, einfach wegwerfen
dann können mich eltern, freunde, uni, nicht mehr mit dem dreck nerven
es ist zu deprimiererend, zieht mich runter wie ein bleigewicht
alle anderen kommen ständig weiter, doch wo bleibe ich?
es ist nicht einfach, das hab ich eingesehen
versuch, voranzukommen und trotzdem bleib ich stehn
ich muss mich selbst befreien, denn ich hab selbst den käfig gebaut
in dem ich gefangen bin, und da muss ich selbst wieder raus
es braucht zeit, es braucht kraft, es braucht viel, was ich nicht hab
zumindest zur zeit nicht, hab nur den stift und das blatt
das mikrofon, die beats mit streichern und depressiver stimmung
das feedback von leuten, die mir sagen, halt durch, es bringt dich nicht um
das ist mein ventil, durch das ich all das gehen zu lassen versuche
was mich quält, und was mich lähmt, und was ich nicht zu hassen versuche!

es gibt so viele verschiedene arten damit umzugehn,
ich glaub, die hauptsache ist aber, man tut es
und auch wenn es nochmal schmerzt, echt unbequem,
wunden schließen sich nur, wenns vorher blutet.
es gibt so viele verschiedene arten damit umzugehn,
ich glaub, die hauptsache ist aber, man tut es
und auch wenn es nochmal schmerzt, echt unbequem,
wunden schließen sich nur, wenns vorher blutet.
es gibt so viele verschiedene arten damit umzugehn,
ich glaub, die hauptsache ist aber, man tut es
und auch wenn es nochmal schmerzt, echt unbequem,
wunden schließen sich nur, wenns vorher blutet.

[outro: taichi textsample aus "endgültig"

"guck, ich werd dich nicht hassen, du hast ein' platz in meim' herzen,
ich wünsch dir viel kraft auf deinem weg erwachsen zu werden,
und vielleicht, ganz vielleicht, könn' wir irgendwann wie freunde reden,
doch ich muss jetzt weg, aus dieser wohnung, in mein neues leben!"]

12
Okt
2008

Interview mit einem...

...Vampir Rapper.

Hallo und vielen Dank, dass du dir für dieses Interview Zeit genommen hast, Semtext. Und, wie ich sehe, hast du noch jemand mitgebracht. Also fangen wir nochmal neu an.

*trommelwirbel*

Interview mit zwei Rappern!

Heute hier vor Ort sind zwei junge Männer, in etwa gleich alt, mit deckungsgleichen Vorlieben, was Rap, Sprechgesang und Mädchen...

Semtext(fällt lächelnd ins Wort): Ja, stimmt,...sogar was Schlafgewohnheiten, Trinkverhalten und generelle körperliche Abhängigkeiten angeht. Aber das ist im Grunde ja nicht verwunderlich, oder?

CPH4R: Nein, ganz und gar nicht. Ich meine, immerhin sind wir ja Zwillinge, insofern würde es sicher für Verwirrung sorgen, wenn wir zwei allzu unterschiedlich wären.

Frage: Aber es gibt einen Punkt, an dem ihr nicht ganz übereinstimmt, habe ich mir sagen lassen. Was ist das genau?

(Beide fangen simultan an zu reden, brechen ab, lachen. CPH4R lehnt sich zurück.)

Semtext: Battlerap. Ja, also, ich bin zumindest der Meinung, dass man im Battlerap auch mal richtig auf die Kacke hauen darf, solange es nicht unauthentisch rüberkommt. Ich meine, ich renn ja auch nicht auf der Straße rum und begrüße jeden, der mir entgegen kommt mit "Ey, Fick doch deine Mutta, Alta, Hurensohn, du Mißgeburt, du!" Wenn ich aber so reden würde, hätte ich echt kein Problem damit, das auch im Battlerap zu verbalisieren. Mein Bruder meint aber, dass Battlerap generell keine gute Idee ist. Was ich durchaus verstehen kann, aber ich bin einfach noch nich so resiginiert wie er.

CPH4R: Das sagst du jetzt auch nur, weil du weisst, dass ich dich dafür nicht auf Youtube disse.

Semtext: Ja, klar. Wenn du das tun würdest, hätte ich natürlich richtig Angst vor deinem Gefronte, Dicker, und würde sowas nie laut flüstern. Geschweige denn sagen.

Frage: Moment, moment. Wir wollen hier doch keinen Bruderkrieg provozieren, das ist bisher immer schief gegangen. Ich nehm einfach schnell die nächste Frage: CPH4R, um dich ist es ja in den letzten 5 Jahren erstaunlich ruhig geworden. Die Frage "Lebst du noch?" kann ich mir ja angesichts deiner Anwesenheit sparen, viel interessanter wäre demzufolge die Frage: Machst du überhaupt noch Musik?

C: Jein. (denkt nach) Also, aktiv hab ich jetzt seit etwa 6 Jahren kein Mikrofon mehr in der Hand gehabt, aber dafür um so mehr Stifte und Papier vor mir liegen. Man könnte sagen, ich habe so ein bisschen das Lager gewechselt, stehe jetzt nicht mehr aktiv im Rampenlicht, sondern ziehe im Hintergrund die Fäden. Für die Beats, an denen wir uns vergehen, ist natürlich immer noch Ingo a.k.a. Zufallbeats zuständig, in den Sektor will ich auch gar nicht. Aber ich hab mich ein bisschen weitergebildet, also, im Großen und ganzen kann man sagen, ich mach jetzt so'n bisschen Songwriting, Tontechnik, Aufnahmetechnik, Vorab-Mixing, bevor die Aufnahme dann wirklich zum Mischer kommt und alles sowas. Rappen tu ich allerdings nicht mehr. Das gefällt mir auch gar nicht mehr so gut.

S: Und das ist auch okay so, dafür brauch ich mich, abgesehen vom Songwriting, was wir wirklich zu gleichen Teilen und gleichberechtigt machen, und vom Rappen, wirklich um gar nichts kümmern. Es ist traumhaft, wirklich, das ist das Leben der Stars, sag ich euch. Texte schreiben, und dann ans Mikrofon stellen und rappen, und jemand anders macht die Friemelarbeit für dich.

F: Und das sorgt nicht für dicke Luft im Hause Blum, wenn der eine nur genießt und chillt, und der andere die Drecksarbeit macht?

C: Das kommt immer ganz auf die Definition von Drecksarbeit an. Für mich ist das alles gar kein Thema, ich mach das gerne, ich schneide und mische gerne irgendweche Acapella-Schnipsel auf dem Beat zu nem Lied zusammen. Dass das nicht jedermanns Sache ist, kann ich verstehen! Aber mir machts nen Haufen Spaß, und auf das Endprodukt bin ich immer stolz wie Oskar, selbst wenn ich kein einziges Wort auf dem Track gesagt habe. Ich weiß ja, was mein Beitrag dazu ist, und das reicht mir. Da sind Semtext und ich auch total unterschiedlich, er genießt es halt, im Rampenlicht zu stehen, und ich hab dann zum Glück irgendwann gemerkt, dass ich mehr so der schüchterne Typ mit dem verlegenenen Grinsen bin.

S: Das seh ich genauso. Ich mein', wenn ihm das unangenehm ist, und er nicht von irgendwelchen Leuten gefeiert werden will, dann...ist das eine Last, die ich voll und ganz auf mich nehmen kann. (grinst) Und es ist ja nicht so, dass du ganz ohne Komplimente ausgehst...

C: Das stimmt, letztens wars ein wenig seltsam, beim Musikvideodreh kam dann 'n Mädchen an, die war vielleicht 15, und hat sich anscheinend so gefreut, uns zu sehen, dass sie uns alle umarmt hat, aber bei mir ist sie am längsten hängengeblieben, und flüsterte mir noch ins Ohr: "Toller Sound!" Ich weiß auch nicht so recht, was ich genau davon halten soll, aber bei allen anderen Crewmitgliedern, inklusive meinem Bruder, hat sie das nicht gemacht, das haben wir später zumindest evaluiert. (macht ein skeptisches Gesicht)

F: Stichwort Musikvideo, ganz kurz und schmerzlos: Wann ist es fertig? Wie ist der Status?

S: Puh, ganz genau kann ich dir das auch nicht sagen, da müsste ich schon den Regisseur anrufen, der kümmert sich gerade um Schnitt und weitere Postproduktion. Soviel also zum Status. Ich geb einfach mal ne vorsichtige Prognose ab: Ende Oktober/Mitte November sollte die Sache fertig sein. Rechtzeitig als Promotionsmaßnahme zum neuen Kosmoproleten-Album...

C: ...das im Dezember erscheinen wird. Wie immer produziert von Zufallbeats, mit mir an den Reglern und am Text, und Semtext am Mikrofon.

F: Das ist ein vernünftiges Schlusswort. Danke fürs Interview, Jungs, es hat Spaß gemacht, hier zu sein, und spätestens zum Albumrelease werden wir uns hier wieder treffen, bei Semtext im Wohnzimmer, denn dann gibt es bestimmt noch ne ganze Menge Neues zu erzählen!

10
Okt
2008

taichi - Endgültig

"eigentlich war ich sicher, mit dir zieh ich meine kinder groß"

"ich hatte so gehofft, mich wegen dir nie so zu fühlen,
nie diesen kloß zu spüren, der jetzt in meinem hals sitzt"

"du warst mein lieblingsmensch, guck, jetzt sind wir getrennt,
und es tut verdammt weh, dass ich dich nie wieder liebling nenn"

"guck, ich werd dich nicht hassen, du hast ein' platz in meim' herzen,
ich wünsch dir viel kraft auf deinem weg erwachsen zu werden,
und vielleicht, ganz vielleicht, könn' wir irgendwann wie freunde reden,
doch ich muss jetzt weg, aus dieser wohnung, in mein neues leben!"


Wahnsinn. Taichi. Einer der wenigen guten Rapper aus Berlin. Auszüge aus der neuen Single "Endgültig", die seit einem knappen Monat zu kaufen ist. Besser kann man das einfach nicht in einem Raptext ausdrücken. Ich zumindest nicht.

Video hier bei Myspace zum Angucken: Klick!

3
Okt
2008

Oldenburg Rock City

Tja, da sind sie auch schon wieder um, die zwei Wochen Urlaub in der Heimat. Die ersteWoche war ein hypnotisierender Mix aus ner ganzen Menge Bier, Rockmusik und Fußball, und so ging es im Grunde auch weiter, alles in allem ne gelungene Kombination. Die Mädels haben nicht mitgemacht. Hab echt ne Fehlkalibrierung im System. Glaub ich. Oder zu hohe Ansprüche.

Wie auch immer, ich hab mir einen Traum erfüllt und mir die erste Spielkonsole meines Lebens gekauft. Die Nintendo Wii macht sich gut im Schränkchen unter meinem Fernseher, und der Muskelkater hat sich auch schon eingestellt. Bin auf dem besten Weg zum Tennisarm. Habe lange genug damit gewartet, mir so ein Gerät zu kaufen, und denke, ich hätte früher auch nicht zuschlagen sollen. Und für 236 Euro inklusive zweitem Controller und zwei Nunchuks habe ich auch nicht zuviel dafür bezahlt. Jetzt fehlen nur noch Mario Party für GameCube und ein paar Controller dafür, aber die sollten sich auch günstig bei Ebay schießen lassen.

Ein weiteres Glücksmoment ist die CD-Sammlung, die ich aus Oldenburg mitgebracht habe. Endlich wieder meine alten verkratzten Fettes-Brot-Scheiben im Original hören. Die Alben, bei denen ich jeden Kratzer schon verinnerlicht habe und mitrappen kann. Herrlich.

Der Dreh zum "Oldenburg"-Musikvideo meiner grandiosen Band "Die Kosmoproleten" (Link zu Myspace) lief auch super, und jetzt können alle Interessierten und Begeisterten fieberhaft auf Ende Oktober hoffen, für dann wird nämlich nicht nur die nächste rau(s)chende Gauloises-Party hier im Hotel Adler, sondern auch die Fertigstellung (Schnitt und weitere Postproduktion) des Videoclips erwartet. Und, inspiriert von Oldenburger Kollegen, werd ich mal gucken, ob man hier einmal pro Woche oder zumindest einmal im Monat ne kleine Rap-Session starten kann, denn einfach nur rumhängen, sich austauschen und freestylen hat mit den Jungs aus der Kaiserstraße 24(Macentosh, Benserker, und wie hieß bloß der dritte noch?) echt Spaß gemacht. Ich meld mich, wenn ich wieder in OL bin, Jungs!

Und noch was werde ich, nach einem tollen und anregenden Nachmittag mit Hundeschädel und Schaumstoffwaffen im Schlossgarten, zusammen mit den KampfKeilern, der KleinTierRevolte und Tollwut, mal hier in Tübingen überprüfen: Nämlich, ob es hier eine Jugger-Mannschaft oder sogar mehrere gibt. Eine hab ich schon gefunden: Rutgers Hauer. Schaun mer mal, ob der Kontakt zustande kommt.

11
Sep
2008

Plattenkritik 4

Breaking Benjamin - We Are Not Alone (Hollywood Records, 2004) 12 Track Bonus Edition

Die Gruppe "Breaking Benjamin" aus Pennsylvania in den USA veröffentlichte mit "WANA" 2004 ihr zweites Studioalbum, und erreichte erstmals die Top 20 der nationalen Album-Charts. Weltweit bekannt geworden durch ihren Soundtrack-Beitrag zum Computer-und Konsolenerfolgsspiel "Halo 2", dem Titel "Blow me away", war der Siberling jedoch nur in den Staaten zu kaufen und ist es bis heute noch nur dort, da der europäische und sonstige internationale Markt aus unerklärlichen Gründen noch nicht erschlossen wurde. Übers Internet gibt es allerdings vielfältige Import-Möglichkeiten, und auch die großen Unterhaltungselektronik-Discounter haben mittlerweile ab und an eine oder zwei Scheiben dieser Kapelle im Rockmusik-Regal stehen. Musikalisch in die Schublade gesteckt werden die Nordstaatler in der Kategorie Post-Grunge, also laute, elektronisch verzerrte, mit dem Establishment unzufriedene oder an Liebesbeziehungen und Drogen zerbrechende Musik seit dem berühmtesten Schrotflintenselbstmord der Musikgeschichte. Nur am etwas melodischeren Gesang und der weniger Hip-Hop-lastigen Sounds grundsätzlich von Nu Metal zu unterscheiden.

Die vorliegende Platte enthält einen Bonus-Track, die 2005er Version des Titels "Rain" und umfasst somit einen Song mehr als die ursprüngliche Langspielplatte, die mit 11 Titeln weder nach oben, noch nach unten Grenzen sprengend war.

Trackliste:

1. So Cold (04:33)
2. Simple Design (04:15)
3. Follow (03:18)
4. Firefly (03:07)
5. Break My Fall (03:25)
6. Forget It (03:37)
7. Sooner or Later (03:39)
8. Breakdown (03:36)
9. Away (03:12)
10. Believe (03:20)
11. Rain (03:27)


Hidden Bonus Track:
12. Rain (2005 Version) (03:24)

Die für eine Rockplatte vernünftige Gesamtspieldauer von 42:53 Minuten wird eingeläutet von sphärisch-verzerrten Riffs auf "So Cold". Dies ist gleichzeitig die erste Single des Albums, und schon nach wenigen Sekunden merkt man, warum. Dieses Kraftpaket aus ruhiger Strophe und energiegeladenem Refrain und ebensolcher Bridge schlägt bei jedem nicht emotional unempfindlichen Menschen, der mit dieser Art Musik auch nur ein klitzekleines Bisschen anfangen kann, die richtigen Töne an. Die Stimme von Frontmann Benjamin (wie sollte er anders heißen) "Ben" Burnley ist in perfekter Harmonie mit dem druckvollen Akustikteppich, der von Aaron Fink an der Leadgitarre geknüpft wird. Es geht anscheinend um eine zerbrechende Beziehung, die nur noch schwer zu retten ist. "Show me how it ends//it's alright//Show me how defenseless you really are//Satisfy an empty inside//That's alright, let's give this another try" Ein Opener, der es in sich hat, nicht zuletzt dank der hypnotisierenden Endsequenz, in der textlich der berühmte letzte Strohhalm beschworen wird: "It's alright - It's alright...". (5/5 Sterne)

"So Cold" ist kaum verklungen, da denkt man, im Intro von "Simple Design" in den Proberaum einer Dark-Black-Gothic-sonstwas-Band gestolpert zu sein, als der Sänger gerade Stimmübungen machte. Die Gitarre dazu klingt eher normalrockig, der Bass nach bewährtem Nu Metal. Das Schlagzeug, gespielt von Jeremy Hummel, der ein Vierteljahr nach Erscheinen dieser Platte die Band im Streit verließ, beschränkt sich hier wiederum auf Hintergrundbeschallung, abgesehen von einer krachenden Snare im mit Powerchords und einem satten Basslauf gespickten Hauptteil. Und das ist auch gut so. So bleibt nach den merkwürdig anmutenden Klängen zu Beginn viel mehr Raum für die melodische Gesangsstimme von Ben Burnley, der sein komplettes Repertoire abruft und bis auf den dahinplätschernden Endteil das Ganze zu einer gelungenen Nummer macht. Erneut mit "It's alright"-Rufen. Warum nicht. (4/5 Sterne)

Mit einem knackigen Instrumentalpart auf dem Bass, bearbeitet von Mark J. Klepaski, und den Gitarren von Fink und Burnley kommt "Follow" um die Ecke. Wiederum ruhiger in der Strophe, und energiegeladen im Refrain ist dies definitiv ein gutes Lied für die Tanzfläche in der Studentendisco, oder zum Mitgröhlen auf dem Konzert (Wechselgesang bei "I follow you - you follow me" erwünscht). Das Ende kommt leider ein bisschen zu abrupt. (3/5 Sterne)

Etwas mehr geduckt, wie zum Sprung bereit, präsentiert sich der vierte Titel, "Firefly"(dt. "Glühwürmchen"). Und genau das, nämich abspringen, kann man herrvorragend im Refrain. Die ruhig eingeleiteten Strophen lassen durch den schnellen Rhytmus die Knie zappeln, und das so lange, bis es einen nicht mehr auf den eigenen vier Buchstaben hält. Der Text hält eine Geschichte über einen Freund bereit, der zunächst wie ein rettendes Licht in der Dunkelheit erscheint, als jedoch dessen Lügen auffallen, wird die Unzuverlässigkeit bemerkt daraufhin im abschließenden, veränderten Refrain angeklagt: "Fuck you firefly//Have you lost your light//Now I hate your ways//'cause they're just like mine//So you lost my friend//such a sorry end//Now I don't know why//so I joke and smile". (4/5 Sterne)

Fehlte bisher noch was? Ach ja, die wirklich melodramatische Seite der Band. Stimmt. Die wird in "Break My Fall" pflichtschuldigst abgearbeitet, textlich mit einem verzweifelten Aufruf an eine dritte Person, die sich doch bitte drum kümern soll, den Fall des lyrischen Ichs zu bremsen, und nicht vor der Situation davonzulaufen. Die Instrumentalisierung dazu ist interessanterweise recht brutal, durchsetzt von ruhigen Atempausen, in denen die Saiteninstrumente eindrucksvoll nachklingen. Dies ist ansonsten auch ein häufig genutztes Stilmittel der Band in anderen Liedern. Die instrumentale Bridge kommt clean gespielt und gibt dem darauffolgenden lauten Teil eine gute Startposition, und das Ende ist genau richtig kitschig, wie ein in Zeitlupe auf die erschlagen am Boden liegenden Körper seiner Familie zustürmender Actionfilmheld. (5/5 Sterne)

Gerade eben hatten wir melodramatisch, dann kommt mit "Forget it"jetzt auch schon der ruhige, zurückgelehnte, leicht resignierende, jedoch sehr melodische Song auf der CD. Und wenn es dabei geblieben wäre, würde diese Platte, das verrate ich jetzt schon mal, deutlich besser bewertet werden. Eine angenehm ruhige Poprock-Nummer, die ein wenig an A-Ha oder andere 80er Schnulzen erinnert, jedoch auf einem deutlich höheren Niveau. Annäherungsweise in Richtung U2 oder Depeche Mode. Und sie passt erstaunlich gut rein und fällt zwischen den lauten Liedern gar nicht auf. Musik für jede Gefühlslage, präsentiert von Breaking Benjamin. (5/5 Sterne)

Und wieder denkt man, dass das vorige Lied noch nicht so richtig vorbei ist, wenn das nächste anfängt. Es beginnt zwar deutlich lauter, und wieder verzerrt, aber geht dann nach den Intro-Sekunden in die sehr ruhig instrumentalisierte Strophe über. Und dieser Text geht unter die Haut:"I want a normal life//just like a newborn child//I am a lover hater//I am an instigator//You are an oversight//Don't try to compromise//I'll learn to love to hate it//I am not integrated" Hier wird einer davongelaufenen Partnerin nachgerufen, und das besonders eindrucksvoll im wiederum sehr energiegeladenen Refrain: "Just call my name//You'll be okay//You're scream is crawling through my veins//
Sooner or later, you're gonna hate it//Go ahead and throw your life away//
Driving me under, leaving me out there//Go ahead and throw your life away//"
Diese Erfahrung hat wohl jeder schon mal gemacht, und in solch einer Situation von einer Band mit einem so druckvollen Titel unter die Arme gegriffen zu bekommen, ist immer eine gute Sache. Die zweite Strophe wirkt ein wenig schizophren, oder aus der entgegengesetzten Perspektive, aber kommt im leicht veränderten Refrain zum selben Schluß wie am Ende von Strophe 1: "Just call my name//You'll be okay//Your scream is crawling through my veins//
Sooner or later, you're gonna hate it//Go ahead and throw our life away//
Driving me under, leaving me out there//Go ahead and throw our life away."
(5/5 Sterne)

Abgesehen von den lauteren Instrumentalparts und dem Pre-Chorus plätschert das nun folgende Lied, "Breakdown", mehr oder weniger dahin, wenn man das hohe Niveau der vorigen Songs als Maßstab nimmt. Ungewohnt klingt der mehrstimmige Gesang im Chorus, und er ist auch nicht so melodisch wie normalerweise üblich. Der Text ist vom Niveau her zwar weit oben angesiedelt, trotzdem kriegt die bis dahin nahezu makellose Bilanz des Albums an dieser Stelle einen kleinen Kratzer. (3/5 Sterne)

In gewohnter Lautstärke und Vehemenz beginnt "Away", um in der Strophe deutlich darunter abzusacken, und dies im Refrain, der wieder genau so ist, wie man es von fast allen in der Titelliste angesiedelten Song gewohnt war, wieder auszugleichen. Und diesmal kommt auch die ruhige Strophe gar nicht so schlecht rüber. Der Gegensatz macht's in diesem Fall aus. Melodischer Gesang, leichte anzumerkende Verzweiflung, gute Gitarrenriffs und gefühlt zum ersten Mal ein Schlagzeug, das sich vom Hintergrund aus wirklich weit nach vorne lehnt und so unweigerlich zum Headbangen einlädt. (4/5 Sterne)

Der zehnte Titel lässt das Raumschiff U.S.S Breaking Benjamin in ungeahnte Sphären vorstoßen. Es hatte sich auf den vorherigen Liedern an der ein oder anderen Stelle angedeutet, und hier wird die Flexibilität der Soundeffekte vollends ausgenutzt, zumindest was den Gesang angeht: Mit elektronisch verzerrter Stimme, die vor dem ungewohnt rauhen Rockbrett, das dazu gespielt wird, sehr an American Head Charge erinnert, wird an passenden Stellen gegrowlt und gescreamt, was das Zeug hält, immer wieder gut von kurzen, melodischen Zeilen durchwachsen. "Believe" ist wiederum ein Lied zum Abgehen, aber richtig. (5/5 Sterne)

Und wenn die Platte mit diesem Titel geendet hätte, niemand hätte es schlimm gefunden, man wäre beglückwunscht worden für die druckvollen Ein- und Ausgangstracks, für die stimmige Auswahl, genau den richtigen Mix aus laut und leise, rockig und ruhig, und so weiter. Doch nun folgt Folter in zweifacher Ausgabe. Anscheinend war der Gitarrist gerade Kaffee oder Jack Daniels kaufen gegangen, und hatte den Schlagzeuger mitgenommen, als Ben Burnley im Studio eine akustische Gitarre herumliegen sah. In allerbester Woodstock-Tradition sah er aus dem Fenster, und bemerkte die Regentropfen, die die Scheibe hinab liefen. Und das mitten im Frühling! Sofort war die Idee gefasst, der Text geschrieben, und ratz-fatz in Eigenregie aufgenommen. Noch einmal die Sounddatenbank nach passenden, schnulzigen Streichern durchsucht und digital dazugepatscht, und fertig ist der Anti-Regentanz der Neuzeitindianer. "Rain" ist nicht ein Loblied auf denselben, sondern hat im Grunde nur eine Aussage, die im übertragenen Sinne gar nicht so schnulzig klingt, wie mit dieser Musik unterlegt: "Rain, rain, go away//Come again another day//All the world is waiting for the sun.". Schnulziger Totalausfall. (0/5 Sterne)

Wie schon angemerkt, kommt die Folter in zweifacher Ausführung. Das hätte auch sinniger geregelt werden können, "Rain" in die Mitte des Albums verlegen, oder einfach komplett wegschmeißen, denn als Lied 12 kommt wiederum "Rain", diesmal in der Version von 2005, daher. Diesmal mit dem selben schnulzigen Text, allerdings haben anscheinend die restlichen Bandmitglieder ihren Frontmann in der Zwischenzeit zur Raison gebracht, denn dieses Mal ist das Resultat nicht halb so schnulzig. Schlagzeug, und später sogar cleane elektrische Gitarren, sorgen für eine halbwegs annehmbare Atmosphäre, wenn nicht diese schnulzigen Streicher im Hintergrund immer noch wären, und der dämliche Text wenigstens ein bisschen verändert worden wäre. Immerhin, dem Chorus gewinnt man in der Variante, in der er kurz vor Ende des Liedes gespielt wird, tatsächlich etwas ab. Ein Lied für Konzerte, bei denen Unmengen Feuerzeuge angezündet werden sollen. Immerhin. Mit Zähneknirschen den Eindruck der älteren Version ausblendend, gibts hier 2/5 Sternen, weil der ruhige Part so unglaublich quälend ist.

Die Sterne zusammengezählt, gibt es für die komplette Platte summa summarum 3,75 Sterne im Schnitt. Dies ist einzig und allein dem Totalausfall "Rain" zu verdanken, sonst wäre man ohne Probleme über 4 gekommen. Aber da der gute Gesamteindruck auch von den beiden Schulzen am Ende nicht übermäßig getrübt wird, gibt es von mir dafür noch 0,2 Sternchen dazu, und damit sind wir bei respektablen 3,95 von 5 Sternen. Danke für die Aufmerksamkeit.

Seit knapp 2 Wochen...

..läuft bei mir ein Lied auf Dauerrotation. Folgendes:

AmmO - Hör auf dein Herz.

Wahnsinn. Oldskool-orientierter Rap ohne große technische Finessen, durchsetzt mit modern anmutenden assonanten Reimen, Schlagreimen und einer gepitchten Hookline, bei der sich mir die kleinen Härchen auf dem Unterarm aufstellen. Alles zusammen auf einem down-to-earth-Beat, der auch nach hundert mal Hören nicht langweilig wird, und einer hypnotisierenden Bassdrum/Scratch-Kombination.

Aufnahme in die Top 3 Liste der Lieder, die auf meinem Begräbnis gespielt werden sollen, inklusive.

Und noch ein Haiku.

Hoffnung

Wispernder Sperling
erwartet in den Ästen
besseres Wetter.

von Cantabavis

9
Sep
2008

Ein Haiku

Zweifelhafte Freiheit?

Frei zu sein, bedarf
es ein paar vernünftiger
Gehässigkeiten.

von Semtext
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Semtext's Selbstdarstellung

Raps und Reflektionen, Gedanken und Spinnereien...

Information




Was nicht wert ist, gesagt zu werden, das singt man. (Pierre Augustin Baron de Beaumarchais, frz. Bühnenschriftsteller, 1732-1799)

Das hier ist schlicht, was die Überschrift sagt. Eine Selbstdarstellung. Manche würden sagen öffentliches Tagebuch im lockeren Wochenrythmus, andere wiederum Textsammlung. Mittlerweile auch Rezeptsammlung für Cocktails. Wasauchimmer.

Es ist und bleibt die Selbstdarstellung eines Hobby-Rappers, Poetry Slammers und freiberuflichen Journalisten aus Oldenburg, der von ganz mittig nach ganz oben will. Mit explosiven Texten, die wie Bomben in den Frieden fetzen. Hatte ich mal gedacht. Deswegen der Name Semtext. Wer's nicht kapiert, bitte einfach mal "Semtex" bei Wikipedia oder im Brockhaus nachschlagen.
Man kann von mir mittlerweile auch Texte korrekturlesen lassen.

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