12
Mrz
2013

I <3 Heart of the Swarm, but...

Eins vorweg: Schon länger habe ich nicht mehr so lange auf ein Spiel gewartet, dem Releasedate entgegengefiebert, Tage im Kalender abgestrichen, mich darüber gefreut, beim Release arbeitslos zu sein...die Liste hier wird langsam unrealistisch. Trotzdem: 4,9 von fünf Sternen für Blizzards Starcraft 2: Heart of the Swarm.

Wie sich die fünf Sterne zusammensetzen, ist schnell erklärt(und dabei beziehe ich mich nur auf die Einzelspieler-Kampagne): Best. Story. Ever(continued). Ich kann es jetzt, einen Tag nach dem Erscheinen kaum erwarten, dass die SC2-Trilogie fortgesetzt wird bzw. im dritten Teil, Legacy of the Void zum Ende kommt. Aus zwei Gründen: Erstens, weil das kleine Krümelchen Hollywoodkinogucker natürlich immer noch das Happyend zwischen Jim Raynor und Sarah Kerrigan erleben will (Spoiler Alert: Es gibt nen Cliffhanger am Ende), und zweitens, weil die da meinentwegen noch fünf Teile dranhängen dürfen, wenn die alle so einen unglaublich guten Flow haben. Das spricht erstens für die weiterhin fesselnde Story, die nahtlos an den ersten Teil anknüpft, und zweitens für ein gutes Spieldesign.

Und jetzt holen wir mal tief Luft, lassen die geneigten Kollegen von den einschlägigen Spieleblogs und -zeitschriften das Machwerk noch ein bisschen länger unter die Lupe nehmen -

und fragen uns, warum es keine volle Punktzahl gab.

Das ist auch schnell erklärt: Es liegt einzig und allein an mehreren logischen Fehlern, die sich an einem Punkt der Geschichte unweigerlich stellen, und wen beim Durchspielen der Kampagne das nicht zumindest mal kurz innehalten lassen hat, dem empfehle ich einen Besuch bei der nächsten Scientology-Kirche, das ist dann sicher auch was für euch:

SPOILER ALERT!

In der Zwischensequenz, in der Sarah Kerrigan ihren Geliebten Jim Raynor von Arcturus Mengsk' Gefängnisschiff befreit, also, in seine Zelle reinlatscht, nachdem sie vorher Himmel und Hölle in Bewegung gesetzt hat, um ihren Mann zu finden(wie im Übrigen jede anständige Frau) - und dabei möglicherweise ein winziges Bisschen zu weit gegangen ist, zumindest aus seiner Sicht, denn sie hat ihre ursprüngliche Form als Königin der Klingen, von der Raynor sie am Ende von WoL befreit hatte, wieder angenommen, um sich des Schwarmes zu bedienen, um ihren Typen aufzuspüren...Bandwurmsatz.

Naja, als sie auf jeden Fall seine Zelle in diesem Gefängnisschiff betritt, dass gerade auf dem Oberdeck explodiert, weil der Kommandant die Selbstzerstörungssequenz intiiert hat, und nur, weil Nyduswürmer kreuz und quer durch das Schiff krachen und die Sektion fixieren, stürzt der Hochsicherheitstrakt, in dem Jim natürlich sitzt, gerade noch nicht ein...(Atempause)

...und dann haben die Beiden alle Zeit der Welt, um ihre Beziehung auszudiskutieren? Keine Explosionen im Hintergrund? Nee. Nicht wirklich. Ich hätte mit einem Dialog in der Art von "No time to explain, get in the car!" gerechnet, stattdessen sitzt Raynor in seinen Zivilklamotten in seiner Zelle und halluziniert erst mal fröhlich eine menschliche Sarah drauflos, als sie in den Raum kommt, nur um dann zu erkennen, dass die Alte sich doch wieder in ein Zerg-Terraner-Hybridwesen verwandelt hat. Und da ist die Sache für ihn gestorben. Sarah jedoch setzt alles auf eine Karte, und zieht Jims Revolver, und richtet ihn, in dessen Hand liegend, auf ihre Stirn. Dann sagt sie etwas sehr melodramatisches, doch dazu später.

Merkt ihr was? Arcturus Mengsk hat seinen erklärten Feind (neben Sarah) gefangengenommen und auf dem sichersten Gefangenenschiff der Galaxie verknackt, aber er lässt ihm seine ZIVILKLEIDUNG UND SEINEN REVOLVER?

Den Revolver, in dem, wie aufmerksame Spieler des ersten Teils wissen, eine spezielle Kugel für Arcturus steckt?

What the hell?

Blenden wir das mal kurz aus, denn der Wahnsinn, der sich hier auftürmt, geht noch weiter. Jim nimmt die Gelegenheit nicht wahr, seinen Schwur zu erfüllen, dass er die Königin der Klingen töten würde - denn er erkennt Sarahs Menschlichkeit(subtil, subtil), aber er heißt die Mittel(Verwandlung in eine etwas humanere Version der Königin der Klingen), die sie zu seiner Befreiung nutzt, nicht gut. Das drückt er dann teenie-Liebesdramamäßig aus, in dem er sagt: "Es ist aus." Nachdem er seinen Revolver (inklusive der Kugel mit Arcturus' Namen drauf, wenn man dem ersten Teil der Trilogie folgt) bedeutungsschwanger komplett in die Zellenwand entleert, lässt er Sarah nämlich stehen und geht einfach aus der Zelle. Mit diesem Beziehungsdrama-Satz. Dann folgt ein Schnitt auf Kerrigan, die allein in der Zelle steht(Dramatik!) und dann ein harter Schnitt.

Nun stellen sich mir bei logischer Betrachtung der Szene mehrere bohrende Fragen, einige davon sind schon vorhin angeklungen:

Warum zur Hölle hat Raynor noch seine Zivilkleidung an? (Okay, die 3D-Artists waren zu faul, ihn im Sträflingsanzug zu rendern - und außerdem hätte er dann seinen Revolver nicht dabei gehabt)

OMGWTFBBQ er hat als Gefangener einen geladenen Revolver?(Muss ich dazu wirklich mehr sagen?)

Und wo zur Hölle geht er hin? Das Schiff explodiert gerade, und der einzige direkte Weg raus sind Nyduswürmer, die zu Kerrigans Leviathan führen. Ja, die Hyperion ist auch irgendwo in der Nähe, aber wenn sie beamen könnten, dann hätten sie ihn ja auch von Anfang an direkt aus seiner Zelle rausbeamen können, oder nicht?

Naja. Nerdrage. Trotzdem: Unbedingte Kauf- und Zockempfehlung.

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Semtext's Selbstdarstellung

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Was nicht wert ist, gesagt zu werden, das singt man. (Pierre Augustin Baron de Beaumarchais, frz. Bühnenschriftsteller, 1732-1799)

Das hier ist schlicht, was die Überschrift sagt. Eine Selbstdarstellung. Manche würden sagen öffentliches Tagebuch im lockeren Wochenrythmus, andere wiederum Textsammlung. Mittlerweile auch Rezeptsammlung für Cocktails. Wasauchimmer.

Es ist und bleibt die Selbstdarstellung eines Hobby-Rappers, Poetry Slammers und freiberuflichen Journalisten aus Oldenburg, der von ganz mittig nach ganz oben will. Mit explosiven Texten, die wie Bomben in den Frieden fetzen. Hatte ich mal gedacht. Deswegen der Name Semtext. Wer's nicht kapiert, bitte einfach mal "Semtex" bei Wikipedia oder im Brockhaus nachschlagen.
Man kann von mir mittlerweile auch Texte korrekturlesen lassen.

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