3
Feb
2010

Was zur Hölle ist mit meinem Schlafrhythmus los?

Meine Schilddrüse meldet sich anscheinend wieder. Ich stehe grundlos früh auf und werde um so früher wieder müde, esse mehr als sonst und nehme nicht zu, und dazu rauche ich noch schachtelweise.

Toll. Hättest du das nicht damals während der Blutabnahme vor der Musterung tun können, dummes Ding?

2
Feb
2010

Einen...öh, fünfundzwanzigfachen Tullamore Dew, ohne Eis, bitte.

Diese Geschichte datiert schon etwas länger zurück, aber ich denke, sie ist ein guter EInstieg für den Barkeeper's Blog. Moment, noch eben passende Musik anmachen, dann gehts auch schon los: Bush - Comedown(Live) präsentiert: Die Tullamore Dew Geschichte.

Es trug sich zu in einer vernebelten und kalten Novembernacht, ganz genau weiß ich es nicht mehr, und es war wahrscheinlich ein Samstag. Aber festlegen will ich mich da nicht. Auf jeden Fall war die Theke mit 4 Leuten gut besetzt, soweit ich mich erinnere waren Freddy, Dany und Anne außer mir anwesend, und auf der Tanzfläche und drumrum tummelten sich um die 250 Gäste. Zu Stoßzeiten musste der Eine oder Andere da sicherlich etwas länger als 30 Sekunden darauf warten, dass die Bestellung verarbeitet wurde. Ein Kamerad war erstens pleite, und zweitens dachte er, er wäre clever. Nachdem er sich von mir schon eine Halbe [bezahlt mit einer gut abgezählten Hand voll Kleingeld kleiner gleich 50 Cent-Münzen] ohne Pfand erbettelt hatte, diese ganz artig an der Theke getrunken und das Glas - ohne Pfand zu reklamieren - an mich zurückgereicht hatte, hatte ich ihn aus den Augen verloren.

Einige Zeit später, es wird so ne knappe Stunde gewesen sein, sah ich ihn dann aus dem Herrenklo kommen, und anscheinend begegnete ihm in diesem Moment ein guter Freund [oder auch ein flüchtiger Bekannter, ist in der Disco ja an der Art der Begrüßung nicht wirklich zu unterscheiden]. Jedenfalls hatte ich gerade kein Getränk einzuschenken und deswegen Zeit, diese Begegnung aus zufällig gewecktem Interesse weiter zu beobachten. Naja, und, was soll ich sagen: Es hat sich gelohnt. Der Pleitegeier zeigte sich seiner Bekanntschaft gegenüber recht freundlich, griff er doch in die Tasche seiner Baggypants und zog eine Flasche etwa zu 1/3 heraus, um sie verschwörerisch zu zeigen. Ne Flasche mit Alkohol in der Tasche, in der Disco? Prinzipiell ne gute Idee, hab ich früher auch gemacht, wenn ich nicht flüssig war und trotzdem etwas trinken wollte. Aber, Moment: Das ist doch Tullamore Dew, unser zweitbester irischer Whiskey! Kein Wunder, dass der Mann kein Geld mehr für Bier hat, kostet die Flasche doch im Einzelhandel nochmal 4-6 Euro mehr als bei dem verlinkten Internethändler. Eine solche Investition reißt ja bei sonem 19-Jährigen schon mal ein Haushaltsloch. Und erst wollte ich ihm die Jugendsünde durchgehen lassen, doch dann zog ein innerer Instinkt meinen Blick auf die andere Seite der Theke, zu unserem Whisky- und Whiskey-Regal. Das ist an der kürzesten Seite der Theke mit dem Rücken zum Publikum befestigt, ein wenig raumteilermäßig, und wie ich dachte, auf eben jener Rückseite mit einer Glasscheibe abgesichert, so dass man nicht von außen hineingreifen kann.

Pustekuchen. Wie ich später herausfand, war es mit einem Drahtgitter "abgesichert", das auf einer Seite nur leidlich befestigt gewesen war, und, um wieder zur aktuellen Handlung zurückzuspringen, ich schaute also dort hinüber und stellte aus gut 15 Metern ohne Fernglas mühelos fest, dass die Tullamore-Flasche aus dem oberen linken Fach fehlte.

Wie von der Tarantel gestochen sprintete ich los, in die Richtung, wo ich den jungen Mann Sekunden zuvor hatte verschwinden sehen, zum Außen- und Raucherbereich. Fünf Schritte trennten den jugendlichen Dieb noch von der Tür, als ich ihn von hinten "zärtlich" umarmte, mit links in den Schwitzkasten nahm und mit rechts die Flasche griff, die er mittlerweile ungeniert offen in der Hand hielt. In diesem Moment kam zufällig Nils vorbei, einer unserer Türsteher, der privat vor Ort war und eigentlich feiern wollte, allerdings war mir das in dem Moment egal. Nachdem ich den Whiskeyklauer mit Kommentaren wie "Die Flasche bleibt gefälligst bei mir!" und, frei nach Dikembe Mutombo: "Not in my house! Not on my watch, sucker!" schon psychologisch weichgeklopft hatte, reichte ein kurzer Schubser in die weit geöffneten Arme des Offensive Tackle (American Football) der Stuttgart Scorpions (1,95 m, 155 kg), und die gebellte Anweisung: "Raus mit dem Kerl!", dass der Abend ab da seinen gewohnt normalen Gang nahm.

Die etwa zu 4/5 volle Flasche kann man heute noch bei uns im Whiskeyregal (rechts im Bild) bewundern. ;)

1
Feb
2010

Geschüttelt, nicht gerührt.

Nach dem Jobwechsel vor nem guten Dreivierteljahr ist es an der Zeit, auch dafür eine neue Blogkategorie einzuweihen: Den Barkeeper's Blog. Da ich ja nun nicht mehr in der nahrungsmittelausliefernden Branche tätig bin - keine Angst, dem Dienstleistungssektor bin ich treu geblieben - sondern Flaschen öffne, Drinks mixe und Zitronen schneide, muss ich mich auch nicht mehr so sehr über das Wetter auslassen (mal vom Hin- und Rückweg zum Zoo abgesehen, der zu Fuß doch schnuckelige 40 Minuten beträgt, aber, wenn nicht gerade Winter ist, ein angenehmer Nachtspaziergang [Sternegucken inklusive] sein kann), sondern eher über das unmögliche Verhalten von Menschen, die eine Diskothek aufsuchen.

Wer also wissen möchte, wie man sich in einer Disco, in der ich hinter dem Tresen stehe, NICHT verhalten sollte, der lese bitte in dieser Kategorie demnächst weiter.

31
Jan
2010

Und der Rauch der Zigarette...

...kräuselt sich und steigt zur Decke...

So oder so ähnlich beginnt ein Gedicht von Heinz Erhardt, das mir ansonsten vom Text her entfallen ist. Aber es ist gut, keine von seinen ansonstigen so verklamaukten Versgrotesken, die zugegebenermaßen Perlen des Spiels mit dem Worts sind, und die mir früher auch sehr gefallen haben. Nein, dieses Gedicht lässt H.E. nicht mit der roten Pappnase und dem ewig geschminkten Grinsen auf dem Gesicht über die Bühne hampeln, das Gefühl, das es bei mir hinterlässt, lässt ihn eher als weißen Clown da stehen, der unfreiwillig komisch ist, weil er nicht anders kann, der aber ansonsten die Melancholie in Person ist. Und so stelle ich mir den großen Humoristen der Fünfziger bis Siebziger Jahre vor, der vordergündig Millionen Menschen zum Lachen bringt, aber selbst gar nicht wirklich die Stimmungskanone vor dem Herrn ist, wenn man ihm im privaten Modus begegnet, wenn die Kameras aus sind und die Mikrofone ausgesteckt.

Vielleicht ist das nur Wunschdenken. Vielleicht projiziere ich mein Selbstbild auf ihn. Vielleicht.

Trotzdem, in letzter Zeit ertappe ich mich viel zu oft dabei, perverserweise an der Melancholie Spaß zu haben. Situationen, in denen ich eigentlich niedergeschlagen sein sollte, und es vor einiger Zeit mit hundertprozentiger Sicherheit gewesen bin, fördern gerade mal ein zynisches Lächeln, nicht mal ein Lächeln, eher so ein Errol-Flynn-artiges arrogantes Mundwinkelschmunzeln auf meinem Gesicht zutage. Ich schüttle das negative Gefühl ab, als wäre ich ein Postbote, der einen knurrenden Dackel, der ihm am Hosensaum hängt, mit einer beiläufigen Fußbewegung beseitigt. Natürlich ärgere ich mich innerlich ein wenig wegen dem zerfetzten Stoff, aber nach außen bin ich freundlich und lächle die bebademantelte Hundebesitzerin an, überreiche ihr ihre "Frau im Spiegel" und die "hörzu" und gehe zum nächsten Briefkasten, um dort irgendwelche Quelle-Kataloge einzuwerfen. Und das Ganze amüsiert mich schon Minuten danach.

Leicht ungläubig, aber schwer zynisch lächelnd schüttle ich den Kopf, wenn ich gerade über meinen kilometerlangen Schatten gesprungen bin, um einen Korb zu bekommen, auf dem ein "Lass uns Freunde sein" in großen Buchstaben gedruckt steht. Um am nächsten Tag ein Freundschaftsangebot, nein, einen Hilfeschrei abzusenden, der auf Kassette aufgenommen, im Tonstudio verzerrt und mir als Briefbombe zurückgeschickt wird, die in meinem Gesicht explodiert und, ganz nebenbei, mein Herz zerreißt.

Und ich schüttle den Kopf und lächle. Früher hätte das mindestens ein mittelschweres Alkoholproblem ausgelöst. Tagelange Depression, Vermeidung von sozialen Kontakten, Hass auf die Menschheit, vor allem die weibliche Hälfte, Selbstzweifel, the whole nine yards. Um durch die Hölle zu gehen, wiederaufzuerstehen, und es wieder zu versuchen.

Heute schüttle ich den Kopf und lächle. Und lasse es bleiben.

Und ich frage mich, welche Herangehensweise besser ist. Ob Heinz Erhardt einen Rat gewusst hätte?

Neue Cocktails, frisch vom Grill

Alle heute Nacht improvisiert, und, was soll ich sagen, sie sind gut angekommen.

Nuclear Red Sun (großes Glas, für zwei Personen)

5 cl silberner Tequila
5 cl Gin
3 cl Apricot Brandy
3 cl Triple Sec
3 cl weißer Rum (40%)
1 cl Lime Juice
4 cl Maracujasaft o. Nektar
10 cl Cranberrysaft
1 cl Kokossirup

Alle Zutaten im Shaker mit wenig Eis schütteln, in 0,4 Liter Glas abseihen, 3 Eiswürfel hinzugeben und eine wie ein Atom-Zeichen geschnittene Orangenscheibe auf die Eiswürfel legen. 2 Strohhalme.


Rum Rendezvous (Ergibt 2 Gläser à 0,3 Liter)

6 cl 73% Rum (braun)
4 cl 40% Rum (braun)
2 cl Kokossirup
2 cl Lime Juice
1 cl Zitronensaft
ca. 6 cl Orangensaft
ca. 10 cl Bananensaft

Diese Zutaten mit Eis shaken, zwei 0,3 Liter Gläse zu 2/3 mit crushed Ice füllen und in jedes Glas 1 cl Cranberrysaft geben. Den Inhalt des Shakers zu gleichen Teilen vorsichtig in die Gläser abseihen (Farbeffekt!) und mit Strohhalm servieren.

26
Jan
2010

...

ich hab heute mal alle pläne umgeschmissen. lasse mir jetzt doch was abstraktes freehand- bzw. tribal-mäßiges tätowieren, und auch woanders hin. nämlich auf den rechten unterarm. skizze von julia. die künstlerin. :D

tat

wird natürlich gleichmäßiger und auch dicker, das nur so als grobe orientierung.

...

Felix Magath von Schalke 04 entdeckt in Bagdad einen 17-jährigen irakischen Fußballgott und kann den jungen Mann überreden, für eine verhältnismäßig geringe Ablösesumme nach Deutschland zu kommen.

Der neue Spieler übertrifft alle Erwartungen und erzielt in seinem ersten Bundesligaspiel das 1:0 Siegtor. Überglücklich ruft er seine Mutter an: "Was für ein herrlicher Tag, ich habe ein Tor geschossen!"

"Wunderbar, dass es Dir so gut geht", antwortet die Mutter sarkastisch, "lass Dir erzählen, wie unser Tag aussah: "Dein Vater wurde auf offener Straße angeschossen, Deine Schwester und ich wurden vergewaltigt, und Dein kleiner Bruder ist jetzt Mitglied einer Straßengang."

"Wie entsetzlich, wie furchtbar"
jammert der Fußballer, "wie furchtbar, das tut mir so leid..."

"Es tut Dir leid?!?", fährt die Mutter aufgebracht dazwischen. "Es ist doch Deine Schuld, dass wir jetzt in Gelsenkirchen wohnen!"

tihi... :D

25
Jan
2010

stromae. le maestro

ich hätte es nicht gedacht. aber jetzt hat es so ein französisch sprechender beligischer rapper/filmemacher/elektromusikproduzent tatsächlich dazu gebracht, house gut zu finden. okay, nur ein lied. aber das krieg ich nicht mehr ausm kopf.

Download (hier rechtsklicken -> Ziel speichern unter)

abgesehen davon ist itunes auch selbst schuld. im deutschen itunes kriegst du den song nicht, im belgischen schon, aber deutsche accounts sind nicht permitted im belgischen itunes was zu kaufen. pff.

21
Jan
2010

Der Februar wird toll. Genauer gesagt, der 26. Februar.

Da hab ich nämlich schon 3 Tage lang meine Tätowierung, bin in Oldenburg, Schalke spielt zuhause gegen den dummen Verein, ich kann mir das in der Jägerhütte angucken - und






Fettes Brot bringt ein Doppelalbum raus, wie ich soeben erfahren habe. Hammer!

...

www.rockpapercynic.com

Picture taken from www.rockpapercynic.com without aksing. But it fits me.

18
Jan
2010

alt. refrains

das war das jahr der großen gesten,
das jahr der toten, der zerlegten
das war das jahr im genitiv
das war das jahr, in dem ich schlief

das war das jahr der losen mäuler
das war das jahr der letzten heuler
das war das jahr, in dem nix lief
das war das jahr, in dem ich schlief.


(inspiriert von "das jahr in dem ich schlief" von jupiter jones.)

funny.

In Stratford-upon-Avon, einer Stadt nahe Birmingham in der englischen Grafschaft Warwickshire, wurde ein Oberstufenlehrer festgenommen. Die Polizei gab an, man hätte bei ihm unter anderem einen Bleistift, mehrere verdächtige Bücher und Nachschlagewerke zur Ausbildung von Schülern, ein Lineal und ein Geodreieck gefunden.

Angeblich war er Teil des berüchtigten Al-Gebra-Netzwerks und besaß Kenntnis über die Herstellung und den Einsatz von "Weapons of math instruction".

31
Dez
2009

Ein Abriss über "Das Leben auf die Reihe kriegen", und den ganzen anderen Scheiß.

Warum ich so melancholisch, beziehungsweise depressiv bin? Keine Ahnung. Sicher ist nur, es ist da. Jeden Tag.

Dieses Gefühl, das mich erwürgt, das meinen Brustkorb zerquetscht, das mich langsam - aber beständig - zu Grunde gehen lässt. Es lässt sich auf die lange Bank schieben, manchmal kriege ich davon tagelang nichts mit, meistens, wenn ich unter Menschen bin, oder mich kreativ ausleben kann, oder irgendeine Funktion habe. Das ist es im Grunde, funktionieren durch Funktion, durch die Tatsache, in irgendeiner Form gebraucht zu werden. Immer dann, wenn ich bezweifle, dass irgendein Mensch mich brauchen könnte, schwindet mein Lebensmut, mein Willen, länger auf diesem verfickten Planeten zu verweilen, der sich auf kurz oder lang, und ziemlich unabhängig von dem, was ich tue oder lasse, selbst den Garaus machen wird.
Ich kann dummerweise nicht einfach mein Leben anrufen, um ihm zu sagen, dass nicht alles so läuft, wie ich es gerne hätte. Und mich dann mit ihm streiten und bequem von ihm verlassen werden, so wie es meiner vorletzten Freundin passiert ist. Mit mir.

Ich vermute, dass ich ein harmoniesüchtiger bzw. harmoniebedürftiger Beziehungsmensch bin. Wahscheinlich neurotisch geprägt. Aber so ganz genau weiß ich erstens nicht, was eine Neurose ist, und zweitens sind meine Beziehungen immer unter Tränen zerbrochen, was a) nicht gerade ein Zeichen von Harmonie und b) auch keins von beiderseitigem Einvernehmen ist. Was ich jedoch genau weiß, ist, dass ich mich, während sie gut liefen, in ihnen immer wahnsinnig wohl gefühlt habe. Und ich habe eine Menge aus jeder Beziehungskiste gelernt, nur um dann in der nächsten wieder etwas Neues falsch zu machen. Man lernt in der Tat nie aus.
Aber trotzdem, oder gerade deswegen, glaube ich fest daran, dass das höchste Glück der Erde nicht auf dem Rücken der Pferde liegt, sondern darin, dass sich zwei Menschen so sehr lieben, dass sie ihr ganzes Leben(oder zumindest einen Teil davon, auf die genaue Formulierung kommt es auch so sehr nicht an) miteinander verbringen wollen. Und jeder einsame Tag, selbst wenn er irgendwie in Begleitung von anderen Menschen stattfindet, trägt weiter zur Unlust zu leben bei. Deswegen habe ich das Linkin-Park-Zitat aus dem Refrain von "My December" an der Wand in meinem Zimmer hängen, deswegen bezeichne ich mich, solange ich atme, als hoffnungslosen, inkompetenten, abgefuckten Romantiker, als Marzipanschokoladenmensch:

Außen hart und herb bis bitter, innen sanft, weich und süß. Und entweder blöderweise, oder zum Glück, nicht jedermanns Geschmack.

Und wenn ich, und das ist jetzt losgelöst von dem ganzen Beziehungsgedöns, also wenn ich sage, dass ich manchmal am Liebsten den ganzen Tag stoned oder betrunken wäre, dann meine ich damit nicht das melancholische Betrunkensein kurz vor dem Delirium, auch nicht den euphorischen Lachflash oder das angetrunkene Selbstbewusstsein, auch wenn ein paar Bourbons auf Eis oder ein paar Flaschen Bier immer angenehm sind, so rein sozialverhaltensmäßig. Nein, ich würde gerne den Schutzschirm zwischen mir und dem ganzen Scheiß, der mein Gehirn fickt, hochziehen wie die chinesische Mauer vor den Mongolenhorden und nie wieder drüber gucken. Zumindest, solange ich mich in diesem anfangs erwähnten anfälligen Zustand befinde.

Ich fühle mich wie der Protagonist eines beliebigen melancholischen Everlast-Songs. Broken, Pain, Anyone, Friend, Dirty, God Wanna, This Kind Of Lonely, Saving Grace, Maybe, Die In Yer Arms, Let It Go, Stay, Angel, Sleepin' Alone - you name it. Erik Schrody und ich könnten ein- und dieselbe Person sein. Wenn ich diese Melancholie, diese Depression, so kreativ verarbeiten könnte. Aber das kann ich nicht: Meine Songs sind flehende Bitten, Anklagen, voller Resignation und Frust. Unfertige Dichtungen eines fertigen Menschen. Fertig, weil irgendwann mal jemand beschlossen hat, dass man mit 18 Jahren erwachsen und mit 21 volljährig ist. Vielleicht auch umgekehrt.

Und vielleicht ist es mit dem "Leben auf die Reihe kriegen" und der Liebe ein bisschen wie mit der theoretischen Führerscheinprüfung. Die habe ich ja auch zweimal knapp versemmelt. Jeweils mit der selben Fehlerpunkteanzahl: 14. Und dann habe ich mir gesagt: Guck dich doch mal auf der Straße um, was für Nassbirnen und Intellektelfmeter die Prüfung auch bestanden haben müssen, weil sie da motorisiert am Straßenverkehr teilnehmen! Es kann doch nicht sein, dass du als Abiturient und Student das intellektuell nicht auf die Reihe bekommst! Und mit dieser Einstellung habe ich es dann im dritten Anlauf geschafft. (Die praktische Prüfung ging übrigens reibungslos im ersten Anlauf über die Bühne, der Prüfer meinte, dass er selten so routiniert und unaufgeregt fahrende Prüflinge haben würde.) Unter anderem auch, weil der Fragebogen beim dritten Mal deutlich leichter war als bei beiden Versuchen davor.

Das wiederum auf das Leben und Beziehungen, die ja die wahren Prüfungen zu sein scheinen, übertragen, macht schon ein wenig (Lebens- ?)Mut. Die nächste lange Beziehung könnte also leichter und dauerhafter sein, als die letzten Beiden?

Die Hoffnung darauf stirbt jedenfalls mit mir. Zuletzt.

15
Dez
2009

Na dann...

Beat:

#verse 1
mein leben hält sich wohl für witzig, und du hältst dich bedeckt
hattest zwar spaß mit mir am abend, aber morgens bist du weg
ich könnt' brechen, wenn ich aufwach und das bett neben mir leer ist
aber ich tu's nicht, werd verbittert, und grade das ist gefährlich

denn dann werd ich neurotisch, und das könnt ihr frauen riechen
und dann will erst recht keine mehr zu mir ins bettchen kriechen
dann klappts nicht mal mehr mit nem gespräch in der kippenpause
dann nehmen selbst gogo girls nicht mehr ihre titten raus, ne

was soll ich noch sagen, ihr kennt doch das dilemma
wenn man den schaden hat, sorgt für den spott wer anders, und wenn er
oder sie einfach nur dein selbstbewusstsein untergräbt
reicht das meist schon dafür dass die welt bald untergeht

natürlich hypothetisch, aber fürs erste ist das schlimm genug
ich bau mir ne tüte, irgendwer kommt an und nimmt nen zug
stoned fühlt sich das schon besser an, und das war gestern, mann
und da drüben sitzt n mädchen und schaut mich mit interesse an!

#chorus
na dann bleiben wir halt freunde, und ich mach mir da nix draus
doch ich hörte schon die glocken klimpern, dachte an applaus
das ging alles viel zu schnell, und hat auch keinen sinn gemacht
doch es war uns beiden egal, zumindest mitten in der nacht

und deshalb bleiben wir nur freunde, und das nervt mich langsam
weil ich würd ja gerne wieder ne beziehung anfang'n
ich bin wieder zu haben, hätte bock auf zweisamkeit
doch leider kommts zur zeit meistens nicht soweit.

#verse 2
ja, richtig, ich bin sprunghaft, und leg mich nicht fest
aber wenn nur ein mädchen sich mich auf sie festlegen lässt
dann bin ich der treuste huskie, der lebensrettende bernhardiner
ihr bodyguard, ihr freund, ihr tanzpartner, und auch ihr diener

das nur mal so vorweg, falls dich das intressiert
und vielleicht willst du ja, weil ich rapper bin, auch ein kind von mir
ach, naja, ich glaub eher nicht, aber weiß das schon
warum resignier ich eigentlich bei dieser scheiße schon?

ach ja: weil es eh zu nix führt, irgendwelche pläne zu machen
weil sonst leute in der lage sind, über dein leben zu lachen
weil es sich, wie schon erwähnt, für richtig witzig hält
und außerdem macht auch curse mit solchen texten hits und geld

und vielleicht kann ich dann ja das glück kaufen, das ich nicht geschenkt krieg
und das mädchen da drüben steht auf und kommt endlich
zu mir rüber, fragt, ob sie ziehn kann, ich sag natürlich
sie setzt sich, ich guck so, sie sagt: vergiss es, mit mir nicht!

#chorus
na dann bleiben wir halt freunde, und ich mach mir da nix draus
doch ich hörte schon die glocken klimpern, dachte an applaus
das ging alles viel zu schnell, und hat auch keinen sinn gemacht
doch es war uns beiden egal, zumindest mitten in der nacht

und deshalb bleiben wir nur freunde, und das nervt mich langsam
weil ich würd ja gerne wieder ne beziehung anfang'n
ich bin wieder zu haben, hätte bock auf zweisamkeit
doch leider kommts zur zeit meistens nicht soweit.

#verse 3
weißt du, dann bleiben wir halt freunde, oder auch nicht
bin nämlich nicht mehr der typ, der da groß dran zerbricht
das klingt gefühllos, ist aber lediglich reiner selbstschutz
nach außen unverwundbar, doch wenn du unters dicke fell guckst

innerlich bin ich zerbrochen, dreimal zerrissen und verheilt
vernarbt, verkratzt, am ende drüber gesprochen und soweit
wieder hergestellt, dass ich kein nervenbündel mehr bin
und hättest du mir zeit gegeben, wär da sicher mehr drin

aber du hast sofort gesagt, dass das nix ernstes sein kann
also nimm mir nicht übel, wenn ich dran nicht sterbe, nein, mann
sowas heb ich mir auf für wenn es angebracht wär
und wenn da zwischen dir und mir was angedacht wär

wär ich nicht gänzlich abgeneigt, gefühle zu entwickeln
das dauert bei mir meistens etwas, also, mal vermitteln:
ich mag dich, du siehst gut aus, könntest meine neue sein
doch du sagtest gerade eben was von "lass uns freunde sein".

#chorus
na dann bleiben wir halt freunde, und ich mach mir da nix draus
doch ich hörte schon die glocken klimpern, dachte an applaus
das ging alles viel zu schnell, und hat auch keinen sinn gemacht
doch es war uns beiden egal, zumindest mitten in der nacht

und deshalb bleiben wir nur freunde, und das nervt mich langsam
weil ich würd ja gerne wieder ne beziehung anfang'n
ich bin wieder zu haben, hätte bock auf zweisamkeit
doch leider kommts zur zeit meistens nicht soweit.

#verse 4
falls wir nicht mal freunde bleiben sollten, ist das auch nicht schlimm
denn wenn man nix zu verlieren hat, gibts auch nix zu gewinnen
wie schon erwähnt, ich investier nur dann (was), wenn es sich lohnt, nich?
und diese romanze bleibt ne solche, weil du's so gewohnt bist.

es lohnt nicht, nicht mal eine träne werd ich weinen
wenn ich dich nicht mehr sehen muss, denn ich hab auch meinen
stolz, zwar leidet mein charakter, aber keiner kommt hier lebend raus
deswegen nehm ich mir das recht heraus, wenn ich das eben brauch

deswegen auch bin ich so frei, kann sowas wegstecken
mir den beat von matze holen und dazu diesen text rappen
will dich nicht backstabben, red mir nur kram von der seele
und das ist wohl auch der grund, warum ich das hier erzähle

aber das ist nicht alles, und kann auch nicht alles sein
meine beziehung soll langfristig und kein ONS auf malle sein
würd alles sein und geben für eine, die ein gefühl von heimat gibt
und tief im herzen weiß ich auch, dass es irgendwo so eine gibt

#alt. chorus
aber erstmal sind wir keine freunde, denn wir kenn' uns noch nicht
doch wenn du diesen track fühlst, dann bitte komm und rette mich
das ist zwar noch kein text für dich, die würden noch geschrieben werden
aber das ende der zeit vor dir, jetzt werd ich lieben lernen
[3 sec. break]

und wenn nicht...?

na, dann bleiben wir halt freunde und ich mach mir da nix draus
doch ich hörte schon die glocken klimpern, dachte an applaus
und was machen wir da jetzt draus? naja, das beste, natürlich
du gehst deiner wege, ich schreib tausend texte nur für dich
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Semtext's Selbstdarstellung

Raps und Reflektionen, Gedanken und Spinnereien...

Information




Was nicht wert ist, gesagt zu werden, das singt man. (Pierre Augustin Baron de Beaumarchais, frz. Bühnenschriftsteller, 1732-1799)

Das hier ist schlicht, was die Überschrift sagt. Eine Selbstdarstellung. Manche würden sagen öffentliches Tagebuch im lockeren Wochenrythmus, andere wiederum Textsammlung. Mittlerweile auch Rezeptsammlung für Cocktails. Wasauchimmer.

Es ist und bleibt die Selbstdarstellung eines Hobby-Rappers, Poetry Slammers und freiberuflichen Journalisten aus Oldenburg, der von ganz mittig nach ganz oben will. Mit explosiven Texten, die wie Bomben in den Frieden fetzen. Hatte ich mal gedacht. Deswegen der Name Semtext. Wer's nicht kapiert, bitte einfach mal "Semtex" bei Wikipedia oder im Brockhaus nachschlagen.
Man kann von mir mittlerweile auch Texte korrekturlesen lassen.

.

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skype: semtext. (mit dem Punkt!)


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