27
Mrz
2009

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Soeben per email von Papa erhalten:

Ein weiterer Beweis für die Unvereinbarkeit von Mann und Frau ist erbracht: Weibliche und männliche Sehzentren sind unterschiedlich aufgebaut. Neben der Tatsache, dass wir uns anders bewegen, anders fühlen, träumen, Auto fahren und Kinder erziehen, benutzen wir also auch unsere Augen nicht auf dieselbe Weise. Allmählich muss man sich fragen, was wir – bis auf Arme, Beine und Kopf – überhaupt gemeinsam haben.

Wie ein deutsches Forscherteam herausgefunden hat, reagiert ein Mann stärker auf Bewegung, eine Frau hingegen auf Kanten und Kontraste. Diese Erkenntnis basiert auf Untersuchungen der Hirnrinden, die in hauchdünnen Scheibchen unters Mikroskop gelegt wurden.

Während Männer also wahrnehmen, DASS sich was bewegt, nehmen Frauen das Ding bereits ins Visier und beurteilen, wie scharf es – im besten Falle an ihnen - aussieht.

Beispiel: Im Fernsehen läuft Handball oder Sumo-Ringen, er lehnt sich zurück und ist zufrieden. Es tut sich was. Seine Partnerin wird aus dem Geschehen völlig andere Schlüsse ziehen, etwa, dass Stefan Kretschmer ein neues Tattoo auf dem Oberarm hat oder dass diese Wickel-Strings sicher unheimlich im Hintern zwicken.

Das Katzenklo bewegt sich nicht

Nun ist auch endlich das Geheimnis gelüftet, warum Männer und Frauen so unterschiedliche Toleranzschwellen in Sachen Haushalt aufweisen. Geschirrberge in der Spüle, Socken und Hemden überm Stuhl, das versteinerte Katzenklo - wie, bitte, sollen ihm denn diese Dinge ins Auge springen? Dazu müssten sie um einen Ball tippeln, auf Rädern rollen oder mit dem Hintern wackeln können. Aber so? Keine Botschaft also vom Geschirr an die männliche Hirnrinde.

Die weibliche Hirnrinde beginnt unterdessen zu pulsieren ob all dieser Reizüberflutung. Ist sie doch gezwungen, sich dem Chaos zu stellen, dass sich durch seine scharfen Konturen auf die Netzhaut drängt. Die Natur hat es so eingerichtet, dass Frauen die Skyline des übriggebliebenen Geschirrs von vorgestern, das sich vor den versprenkelten Küchenfliesen abzeichnet, selbst dann nicht ignorieren können, wenn sie es wollten.

Das Klischee, dass Frauen schlechter einparken oder Stadtpläne lesen können, lässt sich mit der Studie übrigens nicht belegen. Kein Wunder: Nur ein Narr glaubt noch daran, dass eine Frau nicht in der Lage wäre, ihren Wagen in einem 90-Grad-Winkel zum Bürgersteig zu positionieren. Alles eine Frage des Willens. Ist ein Parkplatz gefunden, hat die Frau bereits das nächste wichtige Detail fokussiert: Das Kleid mit der atemberaubenden Silhouette in dem Schaufenster da.

Es ist wirklich nicht wichtig, ob das Auto gerade oder schief in der Parklücke steht. Und wenn man nach der Studie geht, dürfte das sowieso keinem Mann auffallen: Es bewegt sich ja nicht.

Die Offenbarung

Soeben habe ich bemerkt, warum ich mich ständig wie ein Vollidiot verhalte: Weil das Leben als Gewinnertyp viel zu einfach wäre. Und ich hätte nichts, worüber ich mich ständig beschweren könnte.

Der Schluss aus dieser Erkenntnis: Einfach mal mehr nachdenken. Was ich tue, was ich sage. Warum ich Sachen tue und sage. Denn alles hat einen Sinn. Der kann durchaus auch negativ sein, Minus-Sinn quasi. Dann, wenn ich mich wie ein Vollidiot verhalte. Oder neutralen Sinn, bei sowas alltäglichem wie Wäsche waschen oder Essen kochen. Das macht Sinn, aber ist nicht wirklich erhebend. Es hat definitiv keinen negativen Sinn, aber wirklich positiv ist es auch nur in Anbetracht der vollbrachten Tat, von der man aber wiederum die investierte physische und pekuniäre Energie abziehen muss. Deswegen negativer Sinn.

Wie man sieht, bringt einen das Nachdenken an sich auch nicht wirklich weiter. Denn ohne Ärmelhochkrempeln funktioniert nichts. Wie es Louise L. Hay so schön formuliert: "Einfach im Stuhl sitzen und fordern, im anderen Zimmer sein zu wollen, wird nicht funktionieren. Wir alle wollen das Problem hinter uns haben, aber wir wollen nicht die kleinen Schritte gehen, die die Lösung ergeben."

Also ein weiterer Schluss: Nach dem Nachdenken kommt das Handeln. Am Besten das richtige, wahre, gute Handeln. Nicht nur dieser Aktionismus, wie man ihn bei Politikern öfter beobachten kann. Und im Grunde kommen wir dann wieder bei Dingen an, die schon länger klar sind, nämlich dass hier einiges schief läuft und so, womit wir wieder bei den kleinen Schritten von eben wären. Ich meine, ich sehe das ja schon alles differenziert und so, aber es ist wirklich schwierig, sich damit auseinanderzusetzen. Es ist wie bei einem Abendessen mit guten Freunden, die man lange nicht gesehen hat: Man bespricht ne ganze Menge, hat sich viel zu erzählen, macht Pläne, sich mal öfter zu treffen, aber im Endeffekt bleibt der Abwasch und die Organisation der weiteren gemeinsamen Aktivitäten an einer Person hängen, die sich nach den soßenverschmierten Tellern und der verkrusteten Pfanne dann auch nur noch sehr ungern um die Organistion einer Telefonkette kümmert.

Und letztendlich karikiere ich meinen Anspruch ja auch, indem ich hier sitze und dies schreibe. Anstatt auf die Straße zu gehen, Barrikaden zu bauen, Autos anzuzünden und Politiker zu erschießen, die erwiesenermaßen Scheiße gebaut haben. Es ist ja noch nicht mal eine Hetzschrift, es ist noch nicht mal ein Manifest, was hier entsteht. Es soll eigentlich nur was zum Schmunzeln sein. Und ist im Grunde ziemlich enttäuschend. Und ich weiche vom Thema ab. Eigentlich spielte die Musik ja bei mir und meinem verkorksten Leben. Also einfach mal zurücklehnen und genießen, sehr verheerte Damen und Herren. Mein Name ist Jonathan Martin Dimitri Francesco Blum, Sie müssen sich das nicht alles merken, aber sicher ist sicher. Haben sich sicher auch meine Eltern damals gedacht, als sie mich so nannten. Ich bin 23 Jahre alt, habe nicht sonderlich viel Lebenserfahrung, die weiteste Reise meines Lebens führte mich aus Norddeutschland nach Mallorca, und im Grunde bin ich nicht sehr interessant. Ich studiere, mehr oder weniger, interessante Sachen, wie mir immer wieder bescheinigt wird, wenn ich davon erzähle. "Wow!" sagen 9 von 10 Personen, wenn ich sage, dass ich im Nebenfach Skandinavistik studiere. Warum, ist mir schleierhaft.

Zur Zeit lese ich, bzw. kämpfe ich mich durch "Berlin Alexanderplatz" von Alfred Döblin, im Abdruck der Originalhandschrift, und ungefähr so verworren wie die Erzähltechnik des Autors stellt sich auch das langweilige Bisschen Existenz, das mein Leben zur Zeit ist, dar. Es scheint nicht direkt ein Ziel zu geben, ich schlingere so ein wenig herum, und jetzt schreibe ich das auch noch auf, um wenigstens ein wenig Abwechslung zu haben. Also, folgt mir - es wird noch viel nicht zu erleben geben.
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Semtext's Selbstdarstellung

Raps und Reflektionen, Gedanken und Spinnereien...

Information




Was nicht wert ist, gesagt zu werden, das singt man. (Pierre Augustin Baron de Beaumarchais, frz. Bühnenschriftsteller, 1732-1799)

Das hier ist schlicht, was die Überschrift sagt. Eine Selbstdarstellung. Manche würden sagen öffentliches Tagebuch im lockeren Wochenrythmus, andere wiederum Textsammlung. Mittlerweile auch Rezeptsammlung für Cocktails. Wasauchimmer.

Es ist und bleibt die Selbstdarstellung eines Hobby-Rappers, Poetry Slammers und freiberuflichen Journalisten aus Oldenburg, der von ganz mittig nach ganz oben will. Mit explosiven Texten, die wie Bomben in den Frieden fetzen. Hatte ich mal gedacht. Deswegen der Name Semtext. Wer's nicht kapiert, bitte einfach mal "Semtex" bei Wikipedia oder im Brockhaus nachschlagen.
Man kann von mir mittlerweile auch Texte korrekturlesen lassen.

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skype: semtext. (mit dem Punkt!)


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